Düren - Schenkelstraße: Kein Parken, nun auch kein Halten erlaubt

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Schenkelstraße: Kein Parken, nun auch kein Halten erlaubt

Von: Burkhard Giesen
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Ein abgetrennter Fahrradweg auf der Schenkelstraße, der nach zwei Metern wieder aufgehoben wird. Die Grünen halten das für einen Schildbürgerstreich zu Gunsten einzelner Geschäftsleute. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Während andere Kommunen sich bemühen, neue Fahrradwege anzulegen, hat die Stadt Düren jetzt einen frisch angelegten Fahrradweg wieder abgeschafft – mit einem Eimer schwarzer Farbe. Und das sehr zum Verdruss der Dürener Grünen. So hatte die Stadt ursprünglich auf der Schenkelstraße einen so genannten Schutzstreifen für Radfahrer angelegt. Mit Fahrradpiktogrammen versehen werden dabei unterbrochene weiße Streifen zur Abtrennung auf der Fahrbahn aufgebracht.

„Schutzstreifen haben sich als das Mittel der Wahl zur Radverkehrsförderung herausgestellt“, sagt Georg Schmitz von den Dürener Grünen, zumal sie deutlich günstiger seien, als der Bau von Radwegen. Schmitz: „Die Stadt Düren hat deshalb in den letzten Jahren richtiger Weise immer mehr Schutzstreifen angelegt.“

Das Lob für die Stadt müssen die Grünen allerdings wieder zurückziehen. Auf dem Stück der Schenkelstraße zwischen Sparkasse und Wirteltorplatz hat die Stadt nämlich jetzt die markierten Streifen schwarz überpinselt und damit den Schutzstreifen aufgehoben.

„Sicher nur ganz zufällig geschah dieser Schildbürgerstreich vor einem Geschäft, dessen Besitzer für eine Autopolitik der 1960er Jahre bekannt ist“, kommentiert das die Grüne Ratsfrau Verena Schloemer, die zudem kritisiert, dass die Stadt diese Maßnahme ohne Beratung in den zuständigen Gremien vorgenommen hat. Und: Schon in der Vergangenheit, so Frau Schloemer, habe man beobachten können, dass genau in diesem Bereich der Schutzstreifen oft zugeparkt gewesen sei, ohne dass das zu Konsequenzen geführt habe.

„Wir mussten an dieser Stelle einen Kompromiss finden“, erklärt der Dürener Fahrradbeauftragte Uwe Schmitz zum Überpinseln der Markierungen und verweist darauf, dass an dieser Stelle auch gewährleistet sein müsse, dass Geschäftsleute beliefert werden können. Dem entsprechend wurden wieder Schilder mit eingeschränktem Halteverbot montiert. „De facto wurde der Fahrradweg hier wieder aufgehoben. Das stimmt. Aber der Schutzstreifen ist noch als Schattenmarkierung erkennbar, an der sich die Radfahrer orientieren können“, erklärt der Fahrradbeauftragte.

Über die Schilder, die ein eingeschränktes Halteverbot zum Be- und Entladen signalisieren, wundern sich die Grünen, weil das nämlich auch auf Schutzstreifen erlaubt ist, Parken hingegen nicht. Uwe Schmitz von der Stadt Düren: „Das Ordnungsamt argumentiert, dass an dieser Stelle zum Beispiel auch die Paketdienste halten, um die Wirtelstraße zu beliefern.

Das kann dann auch schon mal länger dauern, als die sonst erlaubten drei Minuten. Wenn man die Markierung für den Schutzstreifen belassen hätte, wäre das nicht möglich gewesen.“ Ob den Paketdiensten auch jemand erklärt hat, wo sie denn zu parken haben, ist allerdings fraglich, denn die fahren nach wie vor wie selbstverständlich durch die Wirtelstraße.

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