Schausteller Toni Schleifer: Er liebt historische Fahrgeschäfte

Von: Sandra Kinkel
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Toni Schleifer aus Zülpich ha
Toni Schleifer aus Zülpich hat ein Faible für historische Karussells. Seine „Fahrt ins Paradies” stammt aus dem Jahr 1939. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Bei Toni Schleifer gehts gemütlich zu. Der Schausteller aus Zülpich hat eine große Vorliebe für historische Karussells. Seine Berg- und Talbahn „Fahrt ins Paradies” stammt aus dem Jahr 1939 und ist das Lieblings-Karussell von Bürgermeister Paul Larue.

„Dieses historische Karussell und ich”, sagt Schleifer, „haben uns einfach gefunden.” Das Fahrgeschäft hat über 50 Jahre in einer alten Scheune gelegen, als Schleifer es irgendwo in der Nähe von Kaiserslautern entdeckt hat. Die Restaurierung war aufwändig: Alle Bauteile wurden von den alten Lackschichten gereinigt, alles neu verleimt und lackiert, die Kabel erneuert und die Elektronik auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Und die Fahrt mit Schleifers Bahn ist nicht nur wegen des historischen Karussells eine echte Zeitreise. Toni Schleifer und seine Mitarbeiter sind im Stil der 30er Jahre gekleidet, und auch die Musik an der „Fahrt ins Paradies” ist stimmig. Und nicht zuletzt deswegen ist der Schausteller aus Zülpich auch auf der Annakirmes mit dem „Award” des „Freundeskreises Kirmes und Freizeitparks” ausgezeichnet worden.

„Ich interessiere mich einfach für Kirmesgeschichte”, sagt Schleifer, der auch in der historischen Gesellschaft deutscher Schausteller mitarbeitet. Und natürlich auch das große Annakirmesjubiläum in zwei Jahren im Blick hat, wenn der Rummel in Düren sich zum 375. Mal jährt.

„Früher”, weiß Schleifer, „nannten man den Ablauf von Ritterspielen Karussell.” Zu Übungszwecken hätten sich die Ritter ein Drehkreuz mit Pferden gebaut. „Das war der Ursprung unserer heutigen Karussells.”

Als die Annakirmes im Jahr 1638 zum ersten Mal über die Bühne ging, standen allerdings weniger die Karussells im Mittelpunkt als vielmehr Gaukler, Händler, Feuerschlucker und Varieté-Theater. In Düren soll das große Kirmesjubiläum auf jeden Fall gebührend gefeiert werden und zwar mit einem großen Festzug durch die Innenstadt.

„Wegen des Kirmesjubiläums”, so der städtische Pressesprecher Helmut Göddertz, verlegen wir den Annamarkt ein Jahr nach hinten. Der findet also erst 2014 statt.” Ansonsten sei es wichtig, dass der Kirmes-Umzug sich von dem Annaumzug unterscheide.

Göddertz: „Deswegen soll der Kirmesumzug auch moderne Elemente haben.” Man wolle, so Göddertz, die Entwicklung der Annakirmes deutlich machen. „Und deswegen dürfen natürlich auch High-Tech-Fahrgeschäfte in unserem Zug nicht zu kurz kommen.” Und auch die vielen Besonderheiten der Dürener Kirmes wie die Kirschkern-Weitspuck-WM oder der fast schon vergessene Dirigenten-Wettbewerb dürfen nicht fehlen.

Und Toni Schleifer ist im Jubiläumsjahr mit seiner „Fahrt ins Paradies” sicher auch wieder auf der Annakirmes. Immerhin hat sein Urgroßvater, der ebenfalls Schausteller war, nämlich auf der Annakirmes angefangen zu arbeiten. „Zur Dürener Kirmes gibt es einfach eine ganz enge Verbindung”, sagt Toni Schleifer.


Die Vorbereitungen für das Dürener Kirmesjubiläum laufen schon jetzt auf Hochtouren.

Im Rathaus hat sich eine eigene Arbeitsgruppe gebildet. Über Ideen, Tipps und Anregungen freuen sich die Mitarbeiter dieser Gruppe sehr.

Wer mitmachen möchte, kann sich direkt an Sibille Schür-Breuer von der Abteilung „Marktwesen” melden. Sie ist unter Tel. 02421/251341 zu erreichen.

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