Schauspielerin Marita Breuer in ihrer alten Heimat zu Gast

Von: Burkhard Giesen
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Haben gemeinsam an der Vertonung der Gedichte von Dieter Kühn gearbeitet: Komponist Wolfgang Breuer und Schauspielerin Marita Breuer, die die Texte rezitiert. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Regieanweisungen ist Schauspielerin Marita Breuer gewohnt. Dass die Anweisungen dieses Mal von ihrem Bruder Wolfgang Breuer gekommen sind, ist dann doch eher ungewöhnlich. Beide waren eng mit dem kürzlich verstorbenen Schriftsteller Dieter Kühn befreundet.

Zu dessem 80. Geburtstag in diesem Jahr hatte der Komponist Wolfgang Breuer eine besondere Idee: Er hat mehrere Gedichte von Kühn vertont, und zwar ziemlich schmissig im Jazz-Format. Marita Breuers Part war es, die Gedichte im Tonstudio einzusprechen – schneller, langsamer, in unterschiedlichen Betonungen, eben genau so, wie ihr Bruder es vorgab.

Großer Bruder, kleine Schwester

Eine Zusammenarbeit, die Marita Breuer offenbar liegt. Und die vor allem reibungslos abläuft. Dass da der große Bruder mit der kleinen Schwester zusammenarbeitet, belastet das Ergebnis nicht. Im Gegenteil: „Das läuft sehr harmonisch. Wir müssen uns auch gar nicht groß absprechen. Vieles bei unserer Erfahrung läuft non-verbal ab.“ Die Erfahrung haben beide schon bei anderen gemeinsamen Projekten gemacht, zum Beispiel bei einem lyrisch-musikalischen Programm für das Käthe-Kollwitz-Museum, dass sie im Goethe-Institutin Bordeaux gezeigt haben. „Musik gibt Gedichten Raum“, sagt Marita Breuer und erklärt damit gleichzeitig, warum diese Kombination auch bei dem Abend für Dieter Kühn so gut funktioniert.

Dass ihr Bruder die von ihr eingesprochenen Texte teilweise verfremdet hat und sie sich selbst von dem Endergebnis der Arbeit überraschen lässt, gehört zu ihrem Beruf dazu: „Ich mache meine Arbeit. Welchen Platz das dann im Gesamtergebnis einnimmt, unterliegt nicht mehr meinem Einfluss.“ Das klingt so, als ob die Schauspielerin ihre Leistung selbst schmälern würde, täuscht aber, denn ihr Anspruch an sich selbst ist hoch: Sie will stets eine perfekte Arbeit abliefern, am liebsten selbstbestimmt: „In Hollywood wird selten über die Rolle eines Schauspielers diskutiert. Der Schauspieler legt die Rolle selbst an“, sagt sie, wie es ihr selbst auch am liebsten ist. Dabei springt Marita Breuer stets in die unterschiedlichsten Rollen. Sie hat viele Jahre in festen Engagements an Schauspielhäusern gearbeitet, in zahlreichen Spielfilmen die Hauptrolle übernommen und ist in TV-Formaten präsent.

Bei letzteren könnte man glatt von einem Hang zum Morden sprechen – kaum eine Krimi-Serie, in der Marita Breuer nicht zu Gast war, von „Der Alte“ über das „Großstadtrevier“ bis zum „Tatort“. Marita Breuer muss dabei selbst schmunzeln. „Die Krimi-Schiene ist mir lieber, als das ‚Traumschiff‘ oder Rosamunde Pilcher. Man strahlt aber vermutlich auch aus, ob man eher ein Tatort- oder Traumschiff-Typ ist.“ Marita Breuer als Tatort-Typ zu bezeichnen, würde ihr aber nicht gerecht werden, weil sie dafür zu unterschiedliche Rollen einnehmen kann, ohne darauf dauerhaft festgelegt zu sein. Und das, obwohl man mit ihr natürlich die Hauptrolle als Maria Simon in der Trilogie „Heimat“ von Edgar Reitz verbindet. Stört sie das? Nein. „Filme wie die mit Reitz sind Perlen“, sagt sie. Die Herausforderung liege danach aber darin, etwas ganz anderes zu spielen.

Zum Beispiel die Rolle der Naturforscherin und Künstlerin Sibylla Merian, die Marita Breuer 1993 in dem Film „Eine Reise nach Surinam“ von Dieter Kühn verkörpert hat – größtenteils gedreht vor Dürener Kulisse im Schloss Burgau. Der Film, der vor dem Konzert bei Becker & Funck gezeigt wird (siehe Kasten) war für die Schauspielerin „eine Brücke zum Ort meiner Kindheit“. Eine Brücke, die sie jetzt auch beim Auftritt mit ihrem Bruder in Düren wieder schlägt.

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