Schachmatt nach durchschnittlich 45 Postkarten

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Tom Mirbach
Tom Mirbach aus Langerwehe ist begeisterter Fernschachspieler.

Langerwehe. Seine längste Partie hat über vier Jahre gedauert. Gespielt hat Tom Mirbach aus Langerwehe damals gegen einen Kanadier. „Das war schon toll”, erzählt der 41-jährige Sozialpädagoge.

„Weil wir die komplette Partie mit Postkarten gespielt haben. Und da erzählt man immer auch ein bisschen von sich selbst und lernt so auch den Gegner kennen.”

Tom Mirbach ist begeisterter Fernschachspieler. Sein Vater hat ihm als Junge irgendwann das Schachspielen beigebracht. „Mit 17 habe ich dann erfahren, dass es Fernschach gibt. Und seitdem bin ich dabei.”

Klar, heute werden die meisten Fernschachpartien über das Internet gespielt, das macht Tom Mirbach auch. „Aber das Spiel per Postkarte ist immer noch etwas ganz Besonderes für mich”, sagt er. „Und ich freue mich immer, wenn der Postbote mir wieder mal eine Schachkarte mitbringt. Das ist einfach schön. Besonders Motivkarten sind toll.” Per Postkarte dauert eine Partie im Schnitt anderthalb Jahre, per Computer vier bis sechs Monate. „Die Eröffnungszüge gehen natürlich ziemlich schnell”, sagt Tim Mirbach. „Normalerweise hat man für einen Zug drei, vier Tage Zeit.”

Eine Partie Schach hat im Schnitt 30 bis 45 Züge, dementsprechend groß ist auch die Zahl der Postkarten, die Tom Mirbach so bekommt. „Ich sammele nur die Motivkarten”, schmunzelt er. „Aber davon habe ich mittlerweile über 7000 Stück.” Es gibt feste Regeln und auch Schiedsrichter, die das Spielgeschehen bemühen. Die beiden Kontrahenten verfolgen in der Regel ihre Partie an einem Computer-Schachprogramm.

Tom Mirbach engagiert sich im Deutschen Fernschachbund und ist zudem Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmanschaft. „Deutschland ist eine sehr startke Nation im Fernschach. Wir sind im vergangenen Jahr Europameister geworden,” Mirbach spielt darüber hinaus aber auch in der Endrunde um den Deutschen Fernschachpokal und europäische Einladungsturniere. „Fernschach hat auch eine hohe soziale Komponente. Es wird von vielen Menschen mit einer Behinderung gespielt oder von alten Leuten, die sonst überhaupt nicht mehr rauskommen. Für manche ist Fernschach wirklich Lebensinhalt.”

Für Mirbach, der außer Schach noch Fußball bei den Alten Herren des TuS 08 Langerwehe spielt, und gerne läuft, ist Fernschach von Vorteil, weil man zeitlich total flexibel ist. „Schach am Spielbrett mit einem Gegner, der gegenüber sitzt, ist auch toll”, sagt Tom Mirbach. „Aber dazu fehlt mir die Zeit. Und außerdem will mittlerweile mit mir sowieso keiner mehe spielen.”
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