Schmidt - Sankt Mokka: Ex-Kirchenvorstand geht in die Offensive

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Sankt Mokka: Ex-Kirchenvorstand geht in die Offensive

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Sind von ihrer Kirche und dem Bistum Aachen mehr als enttäuscht: Ewald Bauer, Bernhard Haas, Michael Jansen, Hans-Otto Breuer, Johannes Foemer und Adalbert van Londen (v. l.), die bis vergangenen Donnerstag noch Kichenvorstandsmitglieder von St. Hubertus in Schmidt waren. Foto: Sandra Kinkel

Schmidt. „Wie groß muss die Not eines Bistums sein, dass es sich vor so einen Priester stellt und gegen einen sehr erfolgreich arbeitenden Kirchenvorstand? So einem Bistum muss es verdammt schlecht gehen.” Adalbert van Londen, bis Donnerstag Mitglied des Kirchenvorstandes (KV) St. Hubertus in Schmidt, ist enttäuscht und denkt ernsthaft über einen Austritt aus der katholischen Kirche nach.

„Das Bild, das diese Kirche hier abgibt, ist doch katastrophal.” Nachdem, wie die „Nachrichten” ausführlich berichtet haben, das Bistum Aachen den kompletten KV von St. Hubertus in Schmidt seiner Ämter enthoben hat, ist der Ex-Kirchenvorstand am Wochenende in die Offensive gegangen und hat zur Pressekonferenz eingeladen.

„Uns wird vorgeworfen, Interna ausgeplaudert zu haben”, sagt von Londen. „Dabei haben wir nur unsere Gemeindemitglieder informiert. Pfarrer Heinz-Josef Biste hat den öffentlichen Raum betreten, in dem er sich an Landrat Wolfgang Spelthahn gewandt hat.”

Van Londen spielt auf einen Brief an, den Biste bereits im März an den Landrat geschickt hat. Darin fordert der Pfarrer den Landrat auf „die Abrechnung des Infopunktes des Nationalparks zu recherchieren”. „Mir”, schreibt Heinz-Josef Biste, „ist dieser Vorgang nicht durchsichtig”.

„Mit dieser Äußerung”, so Eberhard Haas, „sind wir wirklich in unserer Ehre gekränkt gewesen.” Und Johannes Foemer, ehemals stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes ergänzt: „Wir haben Herrn Biste die Finanzierung mehrfach erklärt. Er wollte das einfach nicht verstehen.”

Übrigens hat auch Landrat Wolfgang Spelthahn das so bestätigt. Er bedankt sich in seiner Antwort an Pfarrer Biste ausdrücklich für das „hohe Engagement” des Kirchenvorstandes. „Es hat keinerlei Versäumnisse Ihrer Kirchengemeinde gegeben”, so der in seinem Brief.

Aber die ehemaligen Kirchenvorstände werfen ihrem Pfarrer und dem Bistum noch viel mehr vor. Von Mobbing ist die Rede und davon, dass Pfarrer Biste sich bewusst über mehrheitlich getroffene Entscheidungen des Kirchenvorstandes hinweggesetzt habe. „Wir haben mehrfach die Hilfe des Bistums angefordert”, sagt Bernhard Haas. „Aber wir haben sie nie bekommen. Wir fühlen uns vom Bistum Aachen verlassen.”

Das sieht Rolf Peter Cremer vom Generalvikariat anders. „Es hätte deutlich gemacht werden müssen, dass Herr Biste etwas falsch gemacht hat. Dazu gibt es zum Beispiel die Visitationen des Weihbischofs. Aber da ist vom Schmidter Kirchenvorstand keiner gewesen.”

Schiedsstelle angerufen

Dessen ehemalige Mitglieder haben jetzt die Schiedsstelle des Bistums angerufen und außerdem einen Brief an die Bezirksregierung Köln geschickt, weil sie ihre Amtsenthebung für rechtswidrig halten. „Wir glauben”, sagt Adalbert van Londen, „dass unsere funktionierende und florierende Pfarre dem Bistum ein Dorn im Auge war. Wir waren auch ohne die Zusammenlegung mit anderen Gemeinden oder sonstige Umstrukturierungen überlebensfähig.”

Das, so die Befürchtung der Schmidter Ex-Kirchenvorstände, sei in zwei Jahren, bei der neuen Kirchenvorstandswahl wahrscheinlich nicht mehr so. Eberhard Haas: „Vielleicht finden sich ja dann gar keine Leute mehr, die für den Kirchenvorstand kandidieren wollen. Und damit würde St. Hubertus automatisch Filialkirche von Nideggen. Und das Bistum hätte sein Ziel erreicht.”

Diesen Vorwurf wies Rolf Peter Cremer weit von sich. „Das will keiner”, sagte er. „Und gäbe es in Schmidt Nachrück-Kandidaten für den Kirchenvorstand, gäbe es hier keinen externen Verwalter.”
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