Sanierung des Dürener Rathauses schreitet voran

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
5314597.jpg
Eine der vier Betonsäulen im künftigen Eingangsbereich des Rathausses ist am Dienstag gefallen. Und zwar vollkommen problemlos, wie sich Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemangement freut. 240 schmale Stahlsäulen tragen nun über acht Stockwerke verteilt ein Gewicht von rund 300 Tonnen. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Das Dürener Rathaus steht noch. Und Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemanagement hat auch nichts anderes erwartet. Auf ‘zig Stützen im Erdgeschoss ruhen die acht Stockwerke des 50er-Jahre-Baus, jede von ihnen trägt eine Last von rund 300 Tonnen. Harperscheidt: „Eine Stütze trägt so viel, wie zehn voll beladene Lkw transportieren können.“ Eine dieser Stützen ist am Dienstag gefallen.

Im Zuge der Rathaussanierung entsteht im Erdgeschoss am Kaiserplatz der neue Eingangsbereich mitsamt Foyer für die Bürger, die ihr Anliegen im Rathaus erledigen wollen. „Auch wenn wir die publikumswirksamen Ämter alle ins City-Karree verlegt haben, wollen wir hier einen Hallencharakter schaffen“, so Harperscheidt. Dafür werden vier der 40 mal 80 Zentimeter breiten Stützen fallen und durch neue Rundstützen ersetzt, die im Durchmesser nur 27 Zentimeter breit sind. „Hier“, damit meint Harperscheidt genau die Stelle, wo früher das Archiv untergebracht war.

Bis die erste Stütze fallen konnte, waren intensive Vorarbeiten nötig. „Wir haben allein 30 Bohrkerne in den Wänden gezogen um zu überprüfen, von welcher Qualität der Beton ist“, erläutert Harperscheidt. Wird heute Beton von gleich bleibender Qualität laborüberprüft angeliefert, wurde früher in den 1950er Jahren das Mischungsverhältnis per Hand bestimmt. Das Ergebnis der Untersuchungen: „Es gab sehr große Schwankungen bei der Betonqualität.“

Wichtig war die Untersuchung, um die Frage zu klären, ob die Druckbelastung des Betons den statischen Vorgaben entspricht und damit letztlich auch die entscheidende Frage mit beantworten zu können: Was passiert, wenn eine Stütze fällt? Gerät dann Bewegung in das Bauwerk? „Das wollten wir natürlich minimieren“, antwortet Harperscheidt. Dazu hat man zuvor Hydraulikpressen eingebaut und den Betonbalken um genau 0,47 Millimeter angehoben und im Erdgeschoss 60 schmale Stahlstützen eingesetzt – über die acht Etagen hinweg sind es insgesamt 240 dieser schmalen Stützen, die nun die Hauptlast tragen, bis die neue Rundstütze eingesetzt ist. Das sollte noch Dienstagabend erfolgen.

Zwei bis drei Tage dauert es dann, bis die schmalen Stützen wieder entfernt werden können und die nächste Stützsäule entfernt werden kann. Damit das Rathaus auch morgen nicht einstürzt, werden computergesteuert pausenlos genau vier Messpunkte entlang des Deckenbalkens überwacht um so festzustellen, ob es Senkungen gibt.

Die sind bisher ausgeblieben. Wie unerwartet reibungslos das Entfernen der Säulen funktioniert, macht die weitere Planung deutlich. Harperscheidt war ursprünglich davon ausgegangen, dass für jede der vier zu entfernenden Tragsäulen rund zwei bis drei Wochen Zeit benötigen werden. Inzwischen hat die benötigte Zeit auf etwa zehn Tage pro Säule reduziert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert