Sandra Minnert: „Den Ball aus 30 Metern in den Winkel geknallt”

Von: Ottmar Hansen
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Bereitwillig gab die frühere Fußball-Nationalspielerin Sandra Minnert den Mädchen Autogramme. Foto: Hansen

Nörvenich. Auch beim Tisch-Fußball spielt Sandra Minnert lieber hinten. Das verrät die 147-fache Fußball-Nationalspielerin, bis vor kurzem eine der besten Abwehrspielerinnen der Welt, am Montagmittag jungen Damen beim 5. Sommercamp des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM) auf dem Grün des SV Nörvenich.

Kaum sind die offiziellen Begrüßungsworte durch FVM-Präsident Alfred Vianden, Bürgermeister Hans-Jürgen Schüller, Landrat Wolfgang Spelthahn und den SV-Vorsitzenden Günter Eulberg gefallen, löchern 22 Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren den prominenten Gast mit Fragen.

„Welche Position hast du am liebsten gespielt”, will Viktoria wissen. Für Sandra Minnert, die ihre aktive Karriere nach dem Gewinn von zwei Weltmeisterschaften, vier Europameisterschaften und fünf Deutschen Meisterschaften 2007 beendete, gibt es da nur eine Antwort: „Ich habe im Sturm angefangen und bin schließlich in der Abwehr gelandet. Dort habe ich mich immer wohl gefühlt.”

Clara, Theresa und Rosanna haben viele weitere Fragen. Sandra Minnert antwortet geduldig. Wie wird man Nationalspielerin? Minnert: „Ich habe mit sechs Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Wir haben uns immer irgendwo zum Bolzen getroffen. Da es damals noch keine Mädchenmannschaften gab, habe ich eben bei den Jungs mitgespielt.”

Die Eltern trugen ihres bei: „Sie haben mich immer angetrieben und mich unterstützt. Auch wenn sie mich ständig zum Training und zu den Spielen fahren mussten. ”

Ihr großes Ziel, die Nationalelf, hatte die heute 36-Jährige 1992 erreicht. Eben diese Mannschaft vermisse sie schon, gesteht Minnert. „Es ist schön, in einem Team zu spielen. Auch wenn es einmal nicht so gut läuft, sind Freundinnen für einen da.”

Die jungen Zuhörerinnen fragen nachdem schönsten sportlichen Erlebnis, und auch hier kommt die Antwort sofort: „Der Gewinn der Weltmeisterschaft 2003.” Und dann doch noch ein zweites: „Als ich 1997 im Spiel gegen Italien einen Freistoß aus 30 Metern in den Winkel geknallt habe.”

Sandra Minnert erzählt von ihrer Zeit als Fußball-Profi in den USA, und dass ihr großes Vorbild Jürgen Kohler gleich bei ihr um die Ecke wohnt. Bevor es zum Anstoß im ersten Spiel des Sommercamps geht, appelliert Minnert (Realschulabschluss, Ausbildung zur Zahnarzthelferin) an die Nachwuchskickerinnen, die Schule vor lauter Fußball nicht aus den Augen zu verlieren: „Ein vernünftiger Schulabschluss bleibt das Wichtigste!”
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