Düren - Sätze sagen, ohne ein Wort richtig auszusprechen

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Sätze sagen, ohne ein Wort richtig auszusprechen

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Begeisterte 2200 Besucher in der ausverkauften Arena Kreis Düren: der Kabarettist Jürgen B. Hausmann. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Die Rheinländer haben ein eigenwilliges Verhältnis zu Präpositionen. „Ich brauch Kartoffelen für bei de Mittach oder „ich brauch Sahne für auf den Kuchen” heißt es da häufig. Im Grunde ist das falsches Deutsch.

Die Rheinländer wissen das, und sie können über sich und ihren eigentümlichen Sprachgebrauch natürlich lachen. Zumindest wenn die Kritik vom Alsdorfer Kabarettist Jürgen B. Hausmann vorgetragen wird. Hausmann war jetzt in der Arena Kreis Düren mit einem einmaligen Weihnachts-Special zu Gast.

„Zwischen die Tare” lautete das Motto der Veranstaltung. Und zwischen die Tare scheinen die Menschen in der Region auch am Liebsten einen Abend mit dem humoristischen Multitalent zu verbringen. Denn die Arena Kreis Düren war ausverkauft: 2200 Besucher. Vor die Tare, an die Tare, zwischen die Tare und nach die Tare - beim munteren Präposition-wechsel-dich-Spielchen ging es natürlich um Lametta, Weihnachtsgans und Krippenspiel und nicht um grammatikalische Spitzfindigkeiten.

Die rheinische Mundart, von Hausmann selber vortrefflich vorgetragen, war für Lacher gut. „Wir titschen die Buchstaben nur an und können ganze Sätze sagen, ohne ein einziges Wort richtig auszusprechen”, philosophierte Hausmann vor sich hin. Wenn ein Kind beispielsweise seinen Schnuller haben möchte, sagt man: „Jip et emm.”

Eine ähnlich beruhigende Wirkung wie der Schnuller auf das Kleinkind, hatte auf jeden Fall Jürgen B. Hausmann auf sein Publikum. Wenn der Komiker aus dem Leben schwadroniert, die kleinen Alltagsgeschichtchen zum Besten gibt, die eigentlich jeder kennt, dann spricht er dem Zuschauer aus der Seele. Und kitzelt das Zwerchfell, denn die Beobachtungen des Alsdorfers sind urkomisch.

Sei es der obligatorische Waschstraßenbesuch vor die Tare, oder die ebenso notwendige Stippvisite beim Friseur, pardon Coiffeur. Überhaupt, bei der Pflege des Haupthaares würden sich ja gerade erst die Unterschiede zwischen Frau und Mann so richtig offenbaren: „Bei Frauen heißt es immer ,Ich glaube ich muss noch ens„ während Männer das ,Ich glaube ich brauch noch nich„pflegen, so Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers.

In lockerer Aneinanderreihung ging es um die verschiedenen Stationen rund um die Feiertage, und auch manch flottes Liedchen hatte der Künstler auf den Lippen - seien es nun Eigenkreationen oder Variationen bekannter Stücke. Aus „Feliz Navidad” wurde „Zu Weihnachten will ich schnützen vom Teller hier”. Das Schnützen, auf hochdeutsch Naschen, ist wiederum ein Thema für sich.

„Wenn man an Weihnachten mit fünf Mahlzeiten noch nicht genug hat, kann man immer schnützen”, weiß Hausmann, auch wenn damit einher ein gequälter, ja geekelter Gesichtsausdruck einher geht. Beispiel Dominosteine: „Bah, was sind die widerlich süß, gib mir noch einen, ich muss sehen, ob der auch so süß ist.”

Zum Glück hat es Hausmann selbst nicht so mit dem Schnützen. Er isst Obst. Bananen, Äpfel - alles aus Marzipan.
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