Düren - Rurtalwerkstätten: Marco Hoppe baut Nisthäuser für Schwalben

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Rurtalwerkstätten: Marco Hoppe baut Nisthäuser für Schwalben

Von: kin
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Marco Hoppe ist blind und leicht geistig behindert. Seit fünf Jahren arbeitet er in den Rurtalwerkstätten an der Veldener Straße. Sabine Pinkerneil ist hier Geschäftsführerin. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Die Arbeit macht Spaß. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber so ist das doch halt.“ Marco Hoppe ist 26 Jahre alt, blind und darüber hinaus auch leicht geistig behindert. Seit fünf Jahren arbeitet er in den Rurtalwerkstätten (RTW). „Im Augenblick falte ich Kartons“, sagt Marco Hoppe, der immer von Blindenhündin Dana zur Arbeit begleitet wird. „Das ist ganz okay.“

Im Augenblick sind alle Arbeitsplätze in den RTW belegt. „Für psychisch kranke Menschen“, so RTW-Geschäftsführerin Sabine Pinkerneil (35), „haben wir sogar eine Warteliste.“ Dagegen wollen die RTW aber etwas tun. Auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte entsteht ein neues Berufsbildungszentrum mit 35 Plätzen für psychisch Kranke.

Es ist den Verantwortlichen der RTW wichtig, anspruchsvolle Tätigkeiten für ihre Mitarbeiter zu finden. Sabine Pinkerneil: „Wir haben einen Vertriebsleiter eingestellt, der sich nur darum kümmert, Aufträge zu akquirieren. Und das funktioniert sehr gut.“ Besonders stolz sind die RTW beispielsweise darauf, 40 Schwalbenhäuser für RWE zu bauen, um den vom Tagebau bedrohten Mehlschwalben Nistmöglichkeiten zu bieten.

Pinkerneil: „Die Schwalbenhäuser werden bei uns gebaut, Mitarbeiter aus einem anderen Bereich bauen sie an Ort und Stelle auf, und die Häuser werden auch in den nächsten Jahren von uns gewartet.“ Sabine Pinkerneil ist es ein Anliegen, mit der Werkstatt noch mehr in die Öffentlichkeit zu gehen.

„Wir machen auch regelmäßig Veranstaltungen für Firmen, damit die uns, unsere Mitarbeiter und das, was wir leisten können, besser kennenlernen.“ Es freut die Geschäftsführerin, dass der Trend in vielen Unternehmen wieder dahin geht, sozialer zu denken.

„Und natürlich ist es für Betriebe auch ein Imagegewinn, mit einer Werkstatt wie der unseren zusammen zu arbeiten.“ Die meisten Mitarbeiter der RTW, nämlich etwa 650, sind geistig behindert. Alle müssen sich vor der Einstellung einem Intelligenztest unterziehen. Die Grenze, um in den RTW arbeiten zu dürfen, und der Landschaftsverband Rheinland als Kostenträger diesen Arbeitsplatz finanziert, liegt bei einem Intelligenzquotient von 70.

Sabine Pinkerneil: „Ab einem IG von 85 geht man von einer normalen Intelligenz aus. Zwischen 70 und 85 spricht man von einer Lernbehinderung. Und natürlich ist es für diese Leute sehr schwierig, auf dem allgemeinen Arbeitsplatz eine Stelle zu finden.“ Das ist einer der Punkte, den Sabine Pinkerneil meint, wenn sie sagt, es müsse gelingen, die RTW fit für die Zukunft zu machen.

Auch Marco Hoppe denkt an seine Zukunft. Er plant, demnächst nur noch Teilzeit zu arbeiten, um mehr Zeit für seine Nichten und Neffen zu haben. Und neben aller Wirtschaftlichkeit liegt das Hauptaugenmerk der RTW immer noch auf den behinderten Menschen, die hier betreut werden.

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