Düren - „Rurland Big Band“: Dirigent reicht den Stab weiter

„Rurland Big Band“: Dirigent reicht den Stab weiter

Von: jul
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Anna Christina Kleinlosen löst Dieter Schäfer an der Leitung der „Rurland Big Band“ ab, dazu gratulierte Hans-Joachim Thiem, Leiter des Schenkel-Schoeller-Stifts. Foto: Julian Loevenich

Düren. Neues Jahr, das kann komplett neuer Anfang bedeuten, vielleicht so fortfahren wie gewohnt, oder aber Wandel. Für die „Rurland Big Band Düren“ ist es im Jahr 2013 letzteres.

Vor zehn Jahren, 2003, gründete sich die Musikgruppe um ihren Leiter Dieter Schäfer. Ein Jahrzehnt später, am Sonntag beim Neujahrskonzert im Schenkel-Schoeller-Stift, kehrte Schäfer nun dem Dirigentenpult den Rücken, tat einen Schritt vorwärts – und setzte sich zwischen seine Musiker.

Von nun an wird Anna Christina Kleinlosen, studierte Musikerin, die künstlerische Leitung der Big Band übernehmen und Dieter Schäfer sowohl als Ausführender mit dem Saxophon die Band unterstützen, als auch im Hintergrund organisatorische Fäden in der Hand halten.

Voluminöser Gesamtklang

Doch bevor er sich Dieter Schäfer in den Hintergrund verabschiedete, dirigierte er die erste Hälfte in einem aus allen Nähten platzenden Saal im Schenkel-Schoeller-Stift. Trotz krankheitsbedingter Ausfälle in den Reihen der Musiker präsentierte sich die Band mit einem voluminösen Gesamtklang. Glenn Millers „Moonlight Serenade“ erklang im Schein der Tannenbaumlichter und ein langsam swingender Schlagzeugrhythmus führte so manchen Gedanken getragen auch von dem manchmal geradezu streicherartigen Spiel der Blechbläserin träumerische Welten.

Perfekt gespielt

Immer wieder schwelgten dabei Soloeinwürfe des Sopransaxohpons in der Luft, perfekt gespielt von Anna Christina Kleinlosen. Neben vieler melancholischer und herzzereißender Harmonieführungen spielten die Musiker in klassischer Swingmanier auf. „Dob‘s Dixie“ von Dobschinski, „Tuxedo Junction“ von Glenn Miller oder „So What‘s New“ von Pisano verursachten dabei bei vielen Zuhörern unweigerlich Sprünge in vergangene Tage.

Es war eine gute Mischung verschiedenartiger Stimmungen, die sich in der ersten Hälfte bot. Eine Besonderheit des Nachmittages war „Tricolor“. Drei Frauen, drei Stimmen. Nicht mehr. Insgesamt fünf Werke, allesamt aus der Jazzszene stammend, sangen die Frauen mit einer derartigen Reinheit, Sauberkeit in den Stimmen, dass eine Zugabe her musste, bevor dann im zweiten Teil der Dirigentenstab an Anna Christina Klenlosen übergeben werden konnte. „Sing, Sing, Sing“ von Bradford und „American Patrol“ von Lavender waren die ersten Stücke unter ihrer Aufsicht.

Schäfer hat zehn Jahre gute Arbeit geleistet, doch Kleinlosen schaffte es, aus den Musikern noch ein wenig mehr heraus zu kitzeln. Dynamisch und von der Klangfarbe her, gelangen ihre feinere Nuancen die eine noch größere Kontrastierung innerhalb der Stücke ermöglichten. Am Ende eines Konzertes, das zum einen Schäfers Werk und Schaffen beleuchtete, aber auch auf eine weitreichende Zukunft blicken ließ, war das Publikum überwältigt. Die „Rurland Big Band“ bedankte sich mit einer Zugabe.

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