Düren - Rumänen nach Diebestour in Düren vor Gericht

Rumänen nach Diebestour in Düren vor Gericht

Von: Margret Vallot
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Düren. Sie sind kaum ein Jahr in Deutschland, aber schon mehrfach als Diebe vorbestraft: Zwei Männer aus Rumänien, die sich gestern in Düren vor Gericht verantworten mussten. Ihnen wurde jetzt vorgeworfen, „gewerbsmäßig und als Mitglied einer Bande“ Zigaretten gestohlen zu haben.

Ihr Trick funktionierte so: In einem Geschäftshaus marschierte einer der Angeklagten in eine Umkleidekabine. Der andere kümmerte sich um die Zigaretten. Er legte die Päckchen in einen Einkaufswagen und stellte das Wägelchen dicht neben der Umkleidekabine ab. Innen packte sich der Mittäter jeweils die Beute unter die Jacke. Das wiederholte sich mehrfach, bis 40 bis 50 Päckchen verschwunden waren. Der Mittäter verließ schließlich deutlich molliger als zuvor das Geschäft. Dreimal, so die Staatsanwaltschaft, sei dies geschehen, und die Beute sei zum Weiterverkauf bestimmt gewesen.

Erwischt wurden die beiden in Düren. Zuvor hatte schon ein Kaufhausdetektiv die Angeklagten zweimal in Aachen beobachtet, aber nicht stellen können. Es war auch jeweils noch eine dritte Person dabei. Nur weil der Dürener und der Aachener Detektiv sich über ihre „Fälle“ austauschten, entdeckten sie, dass die Täter von Aachen auch die von Düren waren.

Die beiden, ein 58-jähriger Vater von drei erwachsenen Kindern und ein 49-jähriger Vater von zwei halbwüchsigen Kindern, verstehen kein Wort Deutsch. Ihnen mussten die Vorwürfe und die Fragen des Richters Dr. Stephan Ebeling übersetzt werden. Über drei Monaten lang haben sie, nachdem man ihnen auf die Schliche kam, in Aachen in Untersuchungshaft verbracht.

Der Ältere gab alle drei Taten zu, der Jüngere behauptete, er sei bei der ersten Tat nicht dabei gewesen. Daraufhin kam es im Gericht zu einer Filmvorführung: Man sah sich die Taten auf Video an. Da war die Strategie der Angeklagten genau zu erkennen. Und obwohl sie am 12. November zunächst in Aachen um 9.45 Uhr gefilmt wurden und danach am selben Tag um 11.20 Uhr in Düren, und obwohl alles danach aussah, dass sie zum Stehlen gebracht wurden, bestritten sie das und behaupteten, sie seien mit dem Zug gefahren.

Es war den Angeklagten auch sonst nicht viel zu entlocken, schon gar nicht, für wen sie die Zigaretten gestohlen haben und warum sie ausgerechnet in Düren auf Beutezug gegangen sind. Sie machten ganz den Eindruck, als seien sie nur Handlanger von anderen, die über sie verfügen. Der Staatsanwalt meinte, es handle ich „um einen typischen Fall von reisenden Banden“. Das Gericht schloss sich dem an und verurteilte den älteren Mann zu einem Jahr und vier Monaten und den jüngeren zu 13 Monaten. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

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