Rückzug ins sanierte Rathaus verschiebt sich

Von: bugi
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Für rund 1,5 Millionen Euro werden derzeit genau 487 Fenster im Dürener Rathaus erneuert. Die komplette Sanierung kostet rund 17,5 Millionen Euro. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Die Zahl ist beeindruckend: Genau 487 Fenster sind es, die derzeit im Dürener Rathaus ausgetauscht werden. Rund 1,5 Millionen Euro investiert die Stadt Düren dafür. Es gibt allerdings eine schlechte Nachricht.

Beim Fenstereinbau hinkt die Stadt dem Zeitplan drei Monate hinterher. Ein Zeitverlust, der auch nicht mehr ganz aufgeholt werden kann. Ursprünglich sollten die neuen Fenster schon im November montiert werden, so Dürens Tiefbauamtsleiter Helmut Harperscheidt. Zuvor mussten allerdings erst die aufwändigen Betonsanierungsarbeiten durchgeführt werden. Mit bis zu 30 Monteuren ist die beauftragte Firma derzeit im Einsatz.

Sportlicher Termin

Wenn alles gut geht, können die Arbeiten im Mai abgeschlossen werden. Dann, so Harperscheidt, würde der Zeitverzug nur noch bei drei Wochen liegen. Dennoch: Der für November geplante Rückzugstermin ins sanierte Rathaus dürfte nur noch schwer zu halten sein. Harperscheidt: „Es gibt immer mehr Indikatoren dafür, dass der November-Termin doch zu sportlich war. Wir werden Anfang April den überarbeiteten Zeitplan vorlegen, aber ich gehe derzeit davon aus, dass es Anfang 2015 werden wird.“

Die Erklärung für die Verzögerungen ist simpel: Kann ein Gewerk erst später beauftragt werden, hat das in der Regel Auswirkungen auf nachfolgende Gewerke. Wie zum Beispiel bei den Fenstern. Erst nach deren Einbau können die Estrich- und Elektroarbeiten erfolgen. Harperscheidt: „Teilweise können wir aber den Zeitverlust auch wieder kompensieren.“

Zurückgeworfen wird Harperscheidt in seinem ehrgeizigen Zeitplan aber auch durch Unvorhergesehenes. So mussten zum Beispiel auf einer Etage PCB-belastete Anstriche entfernt werden, an einer Stelle gar ganze Wände weggenommen werden, weil sich herausgestellt hatte, dass künstliche Mineralfasern, die in die Lunge eindringen, als Füllstoff verbaut worden waren. Maßnahmen, die zusätzliche Zeit kosten. Harperscheidt: „Aber wenn wir sanieren, dann natürlich richtig. Schließlich wollen wir ja auch, dass da in den nächsten 50 Jahren niemand mehr ran muss.“

Verblüfft ist Harperscheidt immer wieder aufs Neue von recht unerwarteten Entdeckungen. So wurde jüngst im Treppenaufgang in der 8. Etage eine abgehängte Decke entfernt – zum Vorschein kamen in luftiger Höhe Wände aus kleinen Ziegelsteinen, die vermutlich aus den Nachkriegstrümmern stammen. Oder: Bei vermeintlich massiv gebauten Wänden stellt sich plötzlich heraus, dass sie eher einen architektonischen Zweck haben und mit Hohlräumen versehen sind. Unwägbarkeiten, auf die Harperscheidt gelernt hat, flexibel zu reagieren.

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