Roman „Schwertbrüder“: Der Gallische Krieg in Düren

Von: C. Handschuhmacher und Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
6072067.jpg
Am Schauplatz des Geschehens: In ihrem Roman „Schwertbrüder“ haben Judith und Christian Vogt die eburonische Fliehburg Aduatuca am Hohen Stein in Eschweiler verortet. Aber auch die Hochkoppel bei Bilstein ist einer der Handlungsorte. Foto: Handschuhmacher

Kreis Düren/Eschweiler. Haben Sie schonmal etwas über den „Goldschatz von Niederzier“ gelesen? Oder können Sie sich vorstellen, dass die Hochkoppel bei Bilstein ein wichtiger Ort im „Gallischen Krieg“ war? Niederzier und die Hochkoppel sind zwei Handlungsorte in dem Roman, den die gebürtige Langebroicherin Judith Vogt und ihr Mann Christian nun veröffentlicht haben.

„Schwertbrüder“ ist im Juli im Aachener Ammianus-Verlag erschienen. Nach mehreren Fantasy-Romanen greifen Judith und Christian Vogt nun einen historisch brisanten Stoff auf.

„Den Verrat liebe ich“

Vorangestellt ist dem Roman ein Zitat von Gaius Iulius Caesar: „Den Verrat liebe ich, aber die Verräter lobe ich nicht.“ Denn auch in „Schwertbrüder“ dreht sich alles um das Thema Verrat: Es ist das Jahr 54 vor Christus, als Caesar bereits große Teile Galliens beherrscht und glaubt, dass er die Könige und Stammesfürsten auf seiner Seite hat. Doch der Schein trügt. Ambiorix, der König des keltischen Stammes der Eburonen, und Indutiomaro vom Stamm der Treverer planen den Aufstand. Gleichzeitig werden Arist, der Sohn von Ambiorix, und dessen Ziehbruder Acco bei einem benachbarten Stamm gefangen gehalten. Als sie befreit werden, müssen die „Schwertbrüder“ ihre Rolle im Plan von Ambiorix erfüllen.

Wer Caesars Kriegsbericht „De bello Gallico“ gelesen hat, wird Teile der Geschichte wiedererkennen. Denn die Aufzeichnungen dienten zur Inspiration. Aber wie kommt man dazu, sich mit dieser Materie in Form eines Romans auseinanderzusetzen? Die Antwort ist einfach: „Wir hätten beide gerne einen Roman zu diesem Thema gelesen. Und weil es keinen gab, haben wir nun einen geschrieben.“

Außerdem sprachen die Autoren mit Historikern und Archäologen, die über die Eburonen forschen, sie holten Meinungen bei den Geschichtsvereinen Nideggen und Eschweiler ein sowie bei Archäologin Petra Tutlies, der Leiterin der Außenstelle Nideggen des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege.

„Fiktion und künstlerische Freiheit – ja, aber bitte so, dass man sich hinterher nicht vor Fachleuten auf diesem speziellen Gebiet schämen muss“, lautete das Credo beim Entstehungsprozess. Denn die beiden Autoren wagen sich mit ihrem Roman auf brisantes historisches Terrain. Sie legen Aduatuca – die legendäre eburonische Fliehburg, über deren exakte Lokalisierung Historiker und Archäologen seit Jahrzehnten intensiv diskutiere – auf den Hohen Stein in Eschweiler. Aus historischen Aufzeichnungen ist bislang nur gesichert, dass diese Fliehburg zwischen Maas und Rhein liegt. „Und Caesar erwähnt, dass einige Reiter den gallischen Anführer Ambiorix in einem Rückzugsort in der Eifel aufgegriffen haben – da haben wir die Befestigung oberhalb der Rur bei Bilstein als Ort genommen“, erklärt Judith Vogt. Dort spielt das Finale des Buches.

„Wir möchten keiner dieser Theorien wissenschaftlich den Vorzug geben und in unserer Annahme, dass sich Aduatuca an der Inde befunden haben könnte, auch keine Theorie abwerten“, schreiben die Autoren deshalb im Vorwort. Neben Eschweiler und Bilstein sind Stolberg-Atsch, die Region um Brüssel sowie Trier Schauplätze des Romans.

Und der Goldschatz von Niederzier? Der wurde im Tagebau bei der Freilegung einer keltischen Siedlung entdeckt und könnte beim Verlassen der Siedlung angesichts des Feldzuges dort hinterlassen worden sein. In dem Buch ist er eine Hälfte des Vermögens, dass König Ambiorix zwischen seinem Sohn und seinem Neffen aufteilt.

Die Geschichte um Arist und Acco wird weitergehen. Ein zweiter Teil ist geplant. Erscheinen soll das Buch mit dem Titel „Verbranntes Land“ voraussichtlich im Mai. Zu viel wollen die beiden Autoren natürlich noch nicht verraten. Nur so viel: Nahe der Hochkoppel wird es hoch hergehen.

Und wie schafft man es, zu zweit einen Roman zu schreiben? Judith und Christian Vogt schmunzeln bei dieser Frage, doch die Rollen sind relativ klar verteilt: Christian ist verstärkt für die Recherche zuständig, während Judith Vogt hauptsächlich schreibt. „Die Geschichte“, sagen beide, „haben wir uns gemeinsam überlegt – auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert