Düren - Ritterschlag für das Dürener Platt

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Ritterschlag für das Dürener Platt

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Konrad Beikircher wird Ehrenmitglied der „AG Schnüss“ – und bekommt neben seiner Ernennungsurkunde auch noch einen Ritterschlag von „Schnüss“-Chef Addy Clemens. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Addy Clemens ist glücklich, richtig glücklich sogar. Es ist Samstagabend, kurz nach 19 Uhr, und das viermastige Zirkuszelt im Willy-Brandt-Park, dass die „AG Schnüss“ zum 20. Geburtstag des Dürener Mundartfestivals aufgebaut hat, ist schon wieder gut gefüllt. Nicht so gut wie beim grandiosen Eröffnungskonzert mit Tommy Engel, aber die Menschen stehen doch dicht gedrängt und warten auf Konrad Beikircher.

 Der bekannte Kabarettist aus Südtirol, der mittlerweile in Bonn lebt, wird nach Kalle Pohl, King Size Dick, Jürgen B. Hausmann und Flo Peill von „Kasalla“ fünftes Ehrenmitglied der „AG Schnüss“ und entführt vor seinem offiziellen Ritterschlag seine Fans noch kurz in die Welt der rheinischen Sprache. Da geht es beispielsweise um die vier rheinischen „Gs“, die als ch, sch, j und r daher kommen und in dem Wort „Sejefluchzeuschware“ (Segelflugzeugwaage) alle vereinigt sind. Oder darum, wie sich die Witze von Schwaben, Bayern und Rheinländern unterscheiden.

„Mundart“, so Konrad Beikircher, „ist das Fenster in die Seele einer Region“. Da hat der Mann ohne Zweifel Recht, das wurde auch beim 20. Dürener Mundartfestival wieder einmal mehr als deutlich. Drei Tage lang haben Menschen aller Altersklassen, vom Kleinkind bis zum Großvater, und auch total unterschiedlicher Herkunft miteinander gefeiert. Vereint hat sie alle das Dürener Platt, eben ihre Sprache, die für sie ein Stück Heimat bedeutet.

Eröffnet worden war der Samstagabend mit den „Schweess Fööss“, neben den „Echte Fründe“ um Reiner Mörkens die einzige Band, die bei keinem der 20 Mundartfestivals im Willy-Brandt-Park gefehlt hat. Beide Gruppen präsentierten ihre bekanntesten Hits, beide Bands kamen rockig und mit ungeheuer viel Lokalkolorit daher. Da ging es um die rheinische Rübenkampagne, einen kleinen Windener, der in die große weite Welt Kreuzau muss, die Rangers im Nationalpark Eifel oder unsere wunderschöne Heimat überhaupt. „Da geht mir es Herz auf“, seufzte Maria Engelmann, die mit ihren Kindern und Enkelkindern in den Willy-Brandt-Park gekommen war. „Genau so, wie die das singen, genauso ist das. Das ist mitten ins Schwarze getroffen.“ Goldrichtig war auch die Entscheidung, zum 20. Geburtstag ein Zirkuszelt mit offenen Seitenwänden aufzustellen. „Ich konnte wenigstens in den Tagen vorher ruhig schlafen“, so Addy Clemens schmunzelnd. „Die paar Regentropfen konnten uns nichts mehr anhaben.“

Übrigens gab es auch am Festival-Familientag am Sonntag noch wunderbar handgemachte (Mundart)-Musik mit „Gotti und Luzzi“, der neuen Formation um Liedermacher Ralf Drehsen, „Bremsklötz“, „Zollhuus Colonia“, der „Birkesdörpe Buure Bänd“ und „Kröetsch“. Stargast am Sonntag war „Kasalla“ um den Dürener Flo Peill, die nach ihrem enormen Erfolg im vergangenen Jahr für das Geburtstagsfestival noch einmal verpflichtet worden waren.

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