Richter zeigt Jäger aus Hürtgenwald die Gelbe Karte

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Düren. „Wie ein Klumpen” soll der Greifvogel vom Baum gefallen sein, bekundete am Montag eine Zeugin vor Amtsrichter Matthias Quarch. Dieser ist in Aachen generell zuständig für Vergehen gegen das Naturschutzgesetz, Tierschutz inbegriffen.

Als Tierfrevler In Verdacht geraten war im September 2007 ein Gelegenheitsjäger (61) in der Gemeinde Hürtgenwald. Sein Besitz mit einer umfangreichen Taubenzucht grenzt an das Grundstück, von dem aus die Zeugin und ihr Mann freie Sicht auf die Wiese mit einem Wäldchen haben. Dort soll das Drama geschehen sein.

Immer wieder habe der Jäger und Besitzer von zwölf Waffen wild in der Gegend herumgeballert. Das gab er auch zu, doch das Schießgewehr sei eine Schreckschusspistole gewesen, mit der er seine Tauben vor den Greifen schützen wollte. Doch den Bussard, der wie ein schwarzer Klumpen vom Baum gefallen sein soll, den habe er niemals erlegt, machte er vor Gericht geltend und beschrieb die Nachbarn als „missgünstige Zugezogene”, die Streit gesucht hätten.

Richtig daran war zumindest, dass sich die Hunde der vermeintlichen Streitparteien nicht verstanden, unter den Rüden gab es oft Zoff. Richter Quarch dazu: „Ich habe schon viele Nachbarstreitigkeiten verhandelt, die sich an den Hunden entzündeten.” Doch die Sache mit dem Greif war dem Richter trotz der Bekundungen des Ehemanns der Nachbarin, einem weiteren Jäger im Alter von 79 Jahren, nicht geheuer. Quarch: „Es kann nicht zweifelsfrei angenommen werden, dass der fragliche Bussard ein Bussard war und durch einen Schuss des Angeklagten erlegt wurde.” Schließlich fand man nie den Körper des Opfers - Freispruch.

Wegen seiner nicht angemeldeten Schreckschusspistole erhielt der 61-Jährige eine strenge Verwarnung: „Sie dürfen im dicht besiedelten Europa nicht einfach in der Gegend herumschießen”, rüffelte der Richter. „Das ist die gelbe Karte”, bei einer weiteren fliege er mit Rot vom Platz - Bewährungszeit ist ein Jahr.
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