Düren - Richter: Den Betrügern wird es leicht gemacht

Richter: Den Betrügern wird es leicht gemacht

Von: Margret Vallot
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Düren. Ein Betrüger (42) ist am Dienstag im Dürener Amtsgericht mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Richter Hans-Georg Wingen hatte gute Gründe, Milde walten zu lassen.

Der Verurteilte lebt seit Jahr und Tag mit Frau und drei Kindern in Deutschland und hat keinen Beruf erlernt. Die Geldnot, so ließ er seinen Rechtsanwalt mitteilen, habe ihn dazu veranlasst, kriminell zu werden.

Konkret hat der Mann Ende letzten Jahres und Anfang dieses Jahres seinen Ausweis fotokopiert und in den Kopien seinen Namen gefälscht. Unter falschem Namen hat er dann in 18 Telekom-Shops Handy-Verträge abgeschlossen und dabei hochwertige Geräte übergeben bekommen. Darunter waren 16 iPhones, also Handys der amerikanischen Firma Apple, die weitgehend über den Bildschirm gesteuert werden.

Diese Geräte gelten derzeit als Statussymbole. Sie sind extrem begehrt, teuer und wurden beispielsweise 2007 vom US-Magazin Time zur „Erfindung des Jahres” gewählt. Von dem Angeklagten ließen sie sich leicht für etwa 200 Euro, wie er zugab, verkaufen.

Das Schöffengericht hatte über Taten zu befinden, die bis zum 23. Februar 2010 geschehen waren. Damals war das kriminelle Treiben in einem Telekom-Shop aufgefallen. Doch wie Wingen mitteilte, war der Angeklagte auch Monate später noch einschlägig aktiv: Er wurde auf der Autobahn angehalten, sein Pkw wurde durchsucht, es fanden sich Farbkopien von Pässen aus der Türkei, in denen Namen geändert worden waren, außerdem zwei iPhones und eine Liste mit den Adressen von etwa 50 Telekom-Shops. „Hören Sie endlich mit dem Blödsinn auf”, sagte Wingen zu dem Familienvater. Der nickte stumm.

„18 Taten in nicht mal drei Monaten”, das fand der Staatsanwalt ziemlich krass. Mit viel krimineller Energie seien Pässe gefälscht worden. Das Gericht hielt eine Strafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung für angemessen. Wingen sagte, den Betrügern „macht man es sehr einfach”. In den Handy-Shops „muss man offenbar nur eine Bahnfahrkarte vorlegen, und schon bekommt man ein Handy überreicht”. Er, Wingen, habe den Eindruck, das Personal in den Shops lebe vom Umsatz und nicht vom Gewinn. Gemeint war, dass die Verkäufer ihre Provisionen schon bei Vertragsabschluss bekommen und es keinen Einfluss auf die Provision hat, ob der Vertrag auch realisiert werden kann.
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