Reichlich Sahne und ganz viel „Bütterchen“

Von: Sandra Kinkel
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Der beliebte Fernsehkoch Horst Lichter präsentierte in der Arena Kreis Düren sein neues Programm „Jetzt kocht er auch noch“. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Ganz ehrlich? Streckenweise war der Abend mit Horst Licher, der in der nahezu ausverkauften Arena Kreis Düren am Samstag sein aktuelles Programm „Jetzt kocht er auch noch“ schon ein bisschen Quälerei.

Nein, nicht, weil die Gags so flach und der Abend langweilig war. Überhaupt nicht. Sondern, weil es ab und zu so wahnsinnig lecker gerochen hat. So lecker, dass man am liebsten alles sofort probiert hätte. Spiegeleier mit Parmaschinken zum Beispiel, Lachs auf Salat oder Kalbsfilet. Aber der Reihe nach.

In seiner neuen Show begrüßt Horst Lichter die Menschen in seinem „Gast“-Haus. Es gibt Brot und Butter (zuerst Magerquark mit Kräutern der Sterneköche und dann eben Spiegelei, Parmaschinken, Butter und Bauernbrot à la Lichter), anschließend als „Amuse gueule“ ein kleines Süppchen. Zwischendurch servierte Lichter auch noch der kleinen Julia aus dem Publikum ein Brot mit „lombardischen Haselnusspesto“, was nichts anderes ist als handelsübliche Nuss-Nougat-Creme. Schön, dass Dank Kameramann Michael die Zuschauer genauestens beobachten können, was Horst Lichter kocht. Schade nur, dass der Koch und Feinschmecker mit der großen Liebe zu Butter und Sahne, dabei immer nur in die Kamera schaute. So ging der Kontakt zum Publikum ein wenig verloren.

Die Menschen in Düren haben das Horst Lichter allerdings nicht übel genommen. Im Gegenteil. Ihnen gefielen Lichters loses Mundwerk, die kleinen und größeren Seitenhiebe in Richtung Sterneköche, die Geschichten über homosexuelle Kellner oder Millionen Jahre altes Himalaya-Salz. „Und dann guckst Du auf die Packung“, so Lichter. „Und siehst, dass das Salz im Mai angelaufen ist.“

Einen Kopfsalat mit Lachs servierte Lichter auf zweierlei Weise. Einmal so wie Sternekoch Johann Lafer es tun würde, als ein Mini-Stückchen Lachs mit ganz wenig Salat, und einmal so, wie es wirklich schmeckt: Mit viel Salat, noch mehr Dressing und mindestens einem Viertelpfund Butter auf dem Lachs... Übrigens gab es zu der Erklärung, woran man frischen Fisch erkennt („Die Haut leicht eindrücken, wenn keine Dellen entstehen ist der Fisch ganz frisch), auch gleich die Warnung für alle Ehemänner („Auf keinen Fall morgen früh beim Oberschenkel eurer Liebsten ausprobieren. Das gibt Ärger.“)

Zwischendurch gab es aber durchaus auch ernste Momente mit „Horsti“, wie er sich selbst nannte. Nämlich dann, wenn er seine eigene Geschichte erzählte. Geprägt durch eigene Schicksalsschläge, Krankheiten und den Verlust lieber Menschen ist er zu dem Schluss gekommen, dass es sich immer lohne zu leben. Egal wie alt.

Es schwingt Wehmut mit, wenn Horst Lichter von „der alten Zeit“ spricht, in der „ein Stück roher Kohlrabi für uns Kinder noch das Größte“ war. Heute sei Essen nicht mehr nur Genuss des Einfachen, sondern oft überzogen. „Wer braucht im Restaurant 46 verschiedene Mineralwassersorten zur Auswahl?“, fragt Lichter.

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