Düren - Reflex Premium Papier AG meldet Insolvenz an

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Reflex Premium Papier AG meldet Insolvenz an

Von: Sandra Kinkel
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Düren. Der erst im Januar 2012 gegründete Papierhersteller „Reflex Premium Papier AG“ an der Veldener Straße in Düren hat beim Amtsgericht Aachen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. 102 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze.

„Wir wussten schon lange, wie es um unsere Firma steht“, sagt Betriebsratsvorsitzender Norbert Werres. „Das Unternehmen hatte schon im vergangenen Jahr einen negativen Jahresabschluss.  Aber damit, dass die Insolvenz jetzt so plötzlich kommt, haben wir nicht gerechnet. Die Stimmung ist sehr gedrückt.“

Im Oktober vergangenen Jahres musste die Geschäftsführung die Mitarbeiter in bereits in Kurzarbeit schicken. Und bei der Mitarbeiterversammlung, bei der die Belegschaft über die Insolvenz informiert worden sei, so Werres weiter, sei auch von Personalabbau gesprochen worden. „Es sind aber keine konkreten Zahlen genannt worden.“

Die nannte auch Dr. Jörg Gollnick nicht. Der Kölner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte ist seit dem 1. Juli neues Mitglied des Vorstandes von „Reflex Premium Papier AG“. Man werde jetzt ausloten, so Gollnick, welche Sanierungsmöglichkeiten es gebe. Um konkrete Folgen für die Belegschaft zu benennen, sei es aber noch zu früh.

Erst vor 18 Monaten hatte die Hahnemühle-Gruppe das Werk in Düren vom finnischen Vorbesitzer M-Real übernommen – mit dem Ziel, zu einem der führenden Premium-Papier-Hersteller in Europa aufzusteigen. Das hat trotz Investitionen in siebenstelliger Höhe nicht funktioniert. Jetzt, so heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsführung, „seien die liquiden Mittel des Unternehmens weitgehend aufgebraucht.“ Eine Überschuldung bestehe aber nicht. 

Fakt ist: Die „Reflex Premium Papier AG“ hat nie schwarze Zahlen geschrieben. Da hat es auch nicht geholfen, dass es große Zugeständnisse von der Belegschaft gegeben hat: Die Mitarbeiter haben unter anderem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet. In den kommenden drei Monaten bekommen die Mitarbeiter in Düren Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit. Zeit, die das Management der Firma nutzen will, um Konzepte zu finden, mit denen die „Reflex Premium Papier AG“ saniert und ihr Fortbestand gesichert werden kann.

Norbert Werres: „Wir hoffen natürlich alle sehr, dass das gelingt. Wir müssen einfach abwarten, was passiert.  Aber der Markt für hochwertige, grafische Papiere ist sehr stark umkämpft.“

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