Düren - Realschule Wernersstraße: Architektur, die für Kommunikation sorgt

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Realschule Wernersstraße: Architektur, die für Kommunikation sorgt

Von: Burkhard Giesen
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So soll die Realschule Wernersstraße demnächst aussehen. Foto: Architekturbüro Hollenbeck/Giesen
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Ein neuer und moderner Verbindungsbau soll jede Menge Lust auf Schule machen. Foto: Architekturbüro Hollenbeck/Giesen

Düren. Links befindet sich das Schulgebäude, rechts die Turnhalle mit einem Erweiterungsbau. In der Mitte ein eingeschossiger Verbindungsgang. Schulgebäude wie das der Realschule Wernersstraße wurden und werden unter praktischen Gesichtspunkten gebaut.

Dabei muss man nicht einmal mehr Geld in die Hand nehmen, um moderne Architektur zu realisieren, sagt Helmut Harperscheidt, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement, und will ab Sommer gemeinsam mit dem Kölner Architekten Klaus Hollenbeck den Beweis antreten.

Weil Platz für Schulklassen in der Realschule Wernersstraße fehlt, soll aus Mitteln des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ der Verbindungsbau abgerissen und durch ein zweigeschossiges Gebäude ersetzt werden. Moderne Architektur für ein Schulgebäude? Für Klaus Hollenbeck stellt sich die Frage erst gar nicht: „In Dänemark werden Schulen wie Museen gestaltet. Da will man als Schüler unbedingt hin.“ Das ist auch passende Stichwort: Der Schulbau in der Wernersstraße wird die zweite Baustelle des Kölner Architekten in Düren – Baustelle Nummer eins ist sein Entwurf des Papiermuseums, inklusive Umsetzung und Ausstellungskonzept. „Er möchte auch vermeintlich profane Architektur mit Qualität umsetzen, das hat mich beeindruckt“, sagt Helmut Harperscheidt über Hollenbeck und ist von seinem Entwurf für den neuen Verbindungsbau begeistert.

Der wird gleich mehrere Funktionen erfüllen. Während im Obergeschoss Platz für zwei dringend benötigte Klassenräume geschaffen wird, fungiert der neue, zentrale Eingangsbereich künftig als kleine Aula. Auf 160 Quadratmeter Größe soll hier ein neuer Treffpunkt für die Schüler entstehen. Eingeplant sind ein Kiosk sowie ein Tresen. „Der soll von den Schülern selbst gebaut werden. Dazu werden wir für die Jugendlichen einen entsprechenden Workshop anbieten“, verrät Hollenbeck eine Besonderheit seiner Planung.

Das Ziel: eine höhere Identifikation mit der Schule. „Ich möchte der Schule ein neues Gesicht geben, damit die Schüler gerne in die Schule gehen. Deswegen haben wir alles etwas moderner gestaltet, offener – auch als Statement an die Schüler: ‚Das ist für euch‘“, erklärt Hollenbeck. Freie Stützen mit schräg gestellten Glasscheiben sollen das unterstützen und beispielsweise ermöglichen, dass man schon von außen erkennt, welche Freunde sich innen aufhalten. „Gemeinsames Lernen und Kommunizieren steht dabei im Mittelpunkt“, sagt Hollenbeck und verbindet das mit Sitzflächen, die auch von Gruppen genutzt werden können.

„Kreativität anregen“

Sein Grundmotiv: Fassade und Blätterdach sollen abstrahiert an einen Baum und sein Blätterdach erinnern. Bei der Fassade will er diesen Effekt mit grün-gelber Abdichtungsfolie und einem vorgesetzten Streckmetall erreichen, sodass je nach Lichteinfall Farbe und Struktur unterschiedlich wirken. Bei den grünen Sitzgruppen wird eine Stütze eingestellt, die an den Baumstamm erinnern soll, um den herum man sich gruppieren kann. Auch bei der Anordnung der Fenster im Obergeschoss weicht Hollenbeck bewusst vom reinen Funktionsgebäude ab: „Ich will zeigen, dass man sich auch schon mal außerhalb der Norm bewegen kann, Kreativität anregen.“ Natürlich bei den Schülern.

Helmut Harperscheidt hat sich von dieser Kreativität bereits anstecken lassen, betont aber trotzdem auch die rein praktischen Details. Die Zweigeschossigkeit sorgt gleichzeitig für eine bisher nicht vorhandene Verbindung zum Erweiterungsbau und ermöglicht zudem, dass die im Bereich der gegenüber befindlichen Martin-Luther-Schule in Container ausgelagerten Werkräume zurück in die Schule geholt werden können. Und: Für die Nutzung der Turnhalle muss man künftig nicht mehr das Schulgebäude betreten. Das ist vor allem für die Vereine wichtig, die nach Schulschluss die Halle nutzen. Gespart hat man sich so zudem auch die Kosten für ein ansonsten notwendiges zweites Fluchttreppenhaus.

Rund 1,25 Millionen Euro kostet das Projekt, der Startschuss soll in den Sommerferien mit dem Abriss des jetzigen Verbindungsbaus erfolgen. Harperscheidt rechnet damit, dass der Neubau dann nach den Sommerferien 2019 in Betrieb gehen kann.

Darauf freut sich neben den Schülern auch schon Schulleiter Jürgen Momma. Zum einen natürlich, weil ein Teil seiner Raumprobleme gelöst wird, aber auch, weil er die Pausenhalle und die Aula als Forum für die Schüler versteht. Momma: „Die Architektur sorgt für mehr Kommunikation.“ Ziel erreicht.

 

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