Düren - Realschüler setzen ihr Schulwissen in die Praxis um

Realschüler setzen ihr Schulwissen in die Praxis um

Von: Margret Vallot
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Marco Stolz (vorne) mit Sascha Hülsmann, Sven Fischer, Markus Moll (v.l.) sind stolz auf ihr erstes Auto. Foto: Margret Vallot

Düren. In einem ist sich Isola-Personalleiter Rainer Deliege sicher: „Schüler wissen nicht viel über das Berufsleben, sie wissen fast nichts.” Weil das anders werden soll, hat die Isola-GmbH 2007 ein Projekt möglich gemacht, das jungen Menschen noch während der Schulzeit Zugang zu den Hallen der Produktion verschafft.

In diesen Tagen haben neun Schüler der Realschule Nord ihre Zusammenarbeit mit Isola abgeschlossen, mit schönem Ergebnis.

Es gibt einen weiteren Grund, warum Isola die 15-Jährigen hinter die Kulissen blicken lässt und Ausbildungsleiter Michael Weber sich ein halbes Jahr lang immer wieder Zeit nehmen konnte - für neun Realschüler: Die Firma ist auf Nachwuchssuche, sie möchte bei Jugendlichen Interesse an technischen Berufen wecken. In der Realschule weiß man schon lange, dass Brüche und Dreiecke, Strom und Spannungen für Schüler Begriffe sind, die nur in Schulbüchern vorkommen und angeblich nichts mit dem wahren Leben zu tun haben. Eleonora Schur, Lehrerin für Mathematik und Physik, war deshalb sofort begeistert, als sie von der Möglichkeit praktischer Arbeit in den Dürener Unternehmen erfuhr.

Zum Ende des Schuljahres haben die jungen Leute ein Auto, das „Isola-RSN-Mobil”, vorgestellt. Das Teil funktioniert tatsächlich, fährt tadellos seine Kurven, wovon die „DN” sich überzeugen konnten. Während ihrer Arbeitsphasen bei Isola haben die Jungen sich ausgetauscht mit Ehemaligen der Realschule Nord, die jetzt Auszubildende bei Isola sind. Sie haben aber insbesondere „gelernt, was Physik im praktischen Leben bedeutet”, sagt die Lehrerin.

Ausbildungsleiter Weber war „angenehm überrascht”, als er erkennen konnte, wie hoch motiviert und interessiert die Jugendlichen waren. Bei manchen konnte er klar handwerkliches Geschick feststellen und auch, dass gleich mehrere für eine Ausbildung bei Isola bestens geeignet sind.

Und wie war es mit den so genannten Softskills, mit Pünktlichkeit, Höflichkeit, Ordentlichkeit? Der Ausbildungsleiter, der erfahren ist im Umgang mit Jugendlichen, wurde nicht enttäuscht.

In der Arbeitsgruppe recherchierten die Jungen im Internet, fertigten Pläne von ihrem Auto und bauten schließlich im Team aus Mofareifen, Schubkarrenrädern, einem Kehrmaschinenmotor, aus Holz, einem Traktorsitz und anderem Material ihr Fahrzeug zusammen. Da wurde manche Stunde „noch drangehängt”, wie Sven Fischer (15) erzählt. Markus Moll (15) erinnert sich, dass einmal was auf der Zeichnung passte, nach der Umsetzung aber nicht mehr stimmte. Marco Stolz hat geschraubt und probiert, erklärt wie Kupplung und Keilriemen, Andruckrolle und Hebel zusammenwirken.

Sascha Hülsmann, Rene Dudus und die anderen haben ausgerechnet, wie schnell das Wägelchen fährt. Mechatroniker, Elektroniker, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer sind gesuchte Leute. In der Realschule Nord sei „ein gutes Potential vorhanden”, erklärt Deliege. Im August wird entschieden, ob eine weitere Schul-AG ein Projekt realisieren darf.
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