Kreis Düren - Rauchverbot: Langerweher Wirt „am Limit“ angelangt

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Rauchverbot: Langerweher Wirt „am Limit“ angelangt

Von: Sandra Kinkel
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Markus Schmidt betreibt seit 18 Jahren in Langerwehe eine Gaststätte. Von Mai 2013 bis März 2014 sind seine Umsätze um 25 Prozent gesunken. Foto: Sandra Kinkel

Kreis Düren. „Für mich ist die Lage sehr ernst. Ich habe wirklich Existenzängste.“ Markus Schmidt (43) arbeitet seit seinem 15. Lebensjahr in der Gastronomie. Seit 18 Jahren hat der gelernte Restaurantfachmann ein eigenes Lokal in Langerwehe, und jetzt denkt er ernsthaft darüber nach, sein Geschäft aufzugeben.

„Seit einem Jahr herrscht jetzt in Nordrhein-Westfalen generelles Rauchverbot. Und für uns bedeutet das im Schnitt Umsatzeinbußen von etwa 25 Prozent. Das kann kein Betrieb verkraften.“ Früher, so Schmidt, hätten sich in seiner Gaststätte regelmäßig kleine Clubs zum Schocken oder Kartenspielen getroffen. „Die treffen sich jetzt zu Hause, weil sie da rauchen können. Und die großen Nichtraucherströme, die jetzt angeblich in die Gaststätte gehen, kommen einfach nicht.“

Schlechte Erfahrungen hat Schmidt beispielsweise auch beim Sebastianusfest der Langerweher Schützen gemacht. „Ich habe das Catering in der Kulturhalle organisiert. Aber in der Pause sind alle zum Rauchen nach draußen gegangen. Und wer draußen raucht, kann nichts verzehren. So einfach ist das.“ Er sei wirklich „am Limit angelangt“, so Schmidt weiter. „Bis jetzt arbeiten noch acht Leute bei mir, aber wenn das so weiter geht, muss ich die Zahl meiner Mitarbeiter reduzieren. Es geht nicht mehr.“

Schmidt denkt sogar ernsthaft darüber nach, ein Schild aufzuhängen „Aus Existenzgründen wird hier wieder geraucht.“ Aber er weiß natürlich, dass das auch keine Lösung ist. „Das ändert ja an dem Gesetz nichts. Aber ich kann doch auch nicht bewusst meinen Laden in den Ruin treiben. Ich wünsche mir einfach, dass jeder Wirt selbst entscheiden kann, ob in seiner Gaststätte geraucht werden darf oder nicht. Wir sind doch schließlich mündige Bürger.“

Auch Thorsten Hellwig, Sprecher der Dehoga in Nordrhein-Westfalen, sagt, dass die Rahmenbedingungen für kleine Schankbetriebe sehr viel schwerer geworden seien. „Der Dreiklang ‚Kippen, Quatschen, Korn‘ ist damit nicht mehr möglich. Kneipen haben heute nur noch ein Nischendasein.“ Früher, so Hellwig weiter, habe es sehr häufig reine Schankbetriebe gegeben. „Das ist heute nicht mehr so. Jüngere Leute gehen viel seltener zum Feierabendbier oder zum Frühschoppen.“

Ralf Gehrig, Wirt der Gaststätte „Zum Stollenwerk“ in Düren, hat nicht so sehr unter dem Rauchverbot zu leiden wie Markus Schmidt aus Langerwehe. „Bei uns sind in den ersten Monaten die Umsätze stark zurück gegangen. Aber mittlerweile hat es sich wieder etwas verbessert. Im Moment liegen die Einbußen bei etwa zehn Prozent. Und damit kann ich leben.“

Anne Coutelle, die rund um den Dürener Markt gleich mehrere Cafés und Bistros betreibt, hat schon seit 2008 in ihren Läden ein komplettes Rauchverbot eingeführt. „Im Tagesgeschäft hat das überhaupt nicht zu Einbußen geführt. Beim Frühstück ist die Zigarette einfach nicht so angesagt.“ Im Abendgeschäft seien die Umsatzeinbußen schon deutlich. Coutelle: „Abends machen wir deutlich über 20 Prozent weniger Umsatz.“ Trotzdem ist die Geschäftsführerin vom Rauchverbot überzeugt. „Ich bin selbst Nichtraucherin und finde es viel angenehmer, wenn nicht geraucht wird.“

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