Raubüberfall auf Tankstelle nach 14 Jahren vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Düren. Es ist mehr als 14 Jahre her, dass eine Tankstelle in Düren das Ziel eines Raubüberfalls wurde. Dafür musste sich am Donnerstag ein 40-jähriger Mann vor dem Aachener Landgericht verantworten. Dem Dürener war eine DNA-Probe zum Verhängnis geworden.

Waldemar H., der seit 2010 wegen anderer Delikte in Haft sitzt, gab am Donnerstag vor der 2. Großen Strafkammer an, sich auch deswegen nicht mehr an Details erinnern zu können, weil er damals stark alkohol- und drogenabhängig gewesen sei. Den Raubüberfall in der Nacht des 18. Mai 2000 gestand der aus Kasachstan stammende Angeklagte jedoch ein. Die Kammer unter dem Vorsitz von Richterin Hildegard Tag wollte eigentlich schnell zu einem Urteil kommen. Doch aufgrund der langen Vorstrafenliste von H. musste ein weiterer Verhandlungstag anberaumt werden.

Bei dem lang zurückliegenden Überfall auf die damalige BP-Tankstelle an der Euskirchener Straße hatte der Angeklagte etwa 1700 D-Mark (etwa 850 Euro) erbeutet. Die Kassiererin von einst konnte nicht mehr vor Gericht aussagen, weil sie zwischenzeitlich gestorben war. Der damalige Pächter aber sagte aus, dass seine Beschäftigte den Überfall zunächst ganz gut weggesteckt habe, später jedoch mit den Folgen zu kämpfen hatte. Sie wollte weiterarbeiten, konnte dies aber doch nicht mehr, berichtete der Pächter.

Der Angeklagte war gegen 23.45 Uhr in die Tankstelle gekommen und hatte zunächst eine Flasche Bier vor die Kassiererin gestellt. Dann holte er eine Schusswaffe hervor und verlangte den Kasseninhalt. Als die Kassiererin einwandte, sie müsse erst das Bier einscannen, bevor sie die Kasse öffnen könne, habe der Räuber die Waffe durchgeladen. Das habe ein typisches Geräusch verursacht, das die Zeugin später bei der Polizei wiedererkannte.

Der vernehmende Beamte hatte ihr auf der Wache demonstriert, welches Geräusch das Durchladen einer Handfeuerwaffe macht. Das bestätigte der Polizist im Zeugenstand. Strafverteidiger Christoph Rühlmann aus Düren bohrte nach, ob sich die Zeugin da sicher war oder nicht. Sie habe ein „ähnliches“ Geräusch erkannt, hieß es.

Nach dem Raub hatte sich der Angeklagte, der später heiratete, Kinder bekam und inzwischen wieder geschieden ist, in die Niederlande abgesetzt. Dort habe er von dem Geld aus dem Tankstellenraub Drogen und Alkohol gekauft. Dass der Fall so spät wieder ans Licht kam, lag wohl an einem Treffer in der DNA-Kartei, in der an Tatorten aufgefundene genetische Merkmale gespeichert werden.

Das Urteil wird nun für den 11. August erwartet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert