Düren - Ratlosigkeit im Amtsgericht: Haftstrafen für Vandalismus

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Ratlosigkeit im Amtsgericht: Haftstrafen für Vandalismus

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Düren. „Wann wollen Sie das alles bezahlen?”, fragte Richter Maik Schwanewilm am Freitag vollkommen konsterniert drei junge Angeklagte.

Die drei haben von September bis November vergangenen Jahres eine Spur der Verwüstung in verschiedenen Langerweher Einrichtungen hinterlassen und einen Sachschaden „im sechsstelligen Bereich”, so schätzte der Staatsanwalt, angerichtet.

Vor Gericht gestanden die beiden 20-Jährigen und der 15-Jährige alles uneingeschränkt. Sie konnten sich aber ihre Taten selbst nicht erklären. „Das habe ich hier in meiner Tätigkeit als Richter noch nie zu hören bekommen”, so Schwanewilm, nachdem der Staatsanwalt 40 Minuten lang alle Sachbeschädigungen aufgezählt hatte.

Mutwillig mit dem Fußball „abgeschossene” Lampen in der Europaschule, eingeschlagene Autoscheiben, ein gestohlenes Fahrrad und ein mit Pflastersteinen beschädigter Wintergarten: Damit mochte sich das Gericht gar nicht erst abgeben. So hatte aber die Serie langsam angefangen, danach ging es zu wie im Rausch: Die Jungen fanden auf einer Baustelle den Schlüssel einer Alten-und Krankenstation, verwüsteten dort zunächst den Boden und die Wände mit Waschmittel, Senf und Sahne.

Beim zweiten nächtlichen Besuch waren es Konservenobst und Milch, mir denen sie die Räume unbewohnbar machten. Danach brachen sie einen Bauwagen auf und verwüsteten das Innere. Mit einem Brecheisen ging es sodann in den Kindergarten, wo sie Fenster, Türen und Möbel zerschlugen, das Aquarium umwarfen und die Bilder der Kinder zerrissen. Der Kindergarten musste drei Wochen lang schließen. Dann war das Vereinsheim des TuS Langerwehe dran, später das des TuS Jüngersdorf. In ein unbewohntes Haus brachen sie ein, drehten auf drei Etagen alle Wässerhähne auf und gingen weg. Nicht nur dieses Haus, sogar noch das Nachbarhaus wurde beschädigt. Die Serie konnte nur durch Haft gestoppt werden, als die Polizei die Bande, die in wechselnder Besetzung aktiv war, fasste.

Alle drei wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt. Drei Jahre ohne Bewährung muss der Haupttäter (20), der vorher schon viel auf dem Kerbholz hatte, in eine Jugendstrafanstalt. Zwei Wochen Dauerarrest erhielt der andere 20-Jährige. Der 15-Jährige muss für zwei Jahre in ein Heim für Jugendliche. Allen wurde von Experten fehlende soziale Kompetenz bescheinigt, zwei sollen Schulabschlüsse nachholen und eine Ausbildung beginnen.
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