Düren - Rathaussanierung: Marode Betonsäulen kosten kleines Vermögen

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Rathaussanierung: Marode Betonsäulen kosten kleines Vermögen

Von: Burkhard Giesen
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Rathaussanierung
Festgestellt hat man das Problem mit den Betonsäulen bereits im April, als einzelne Säulen ersetzt wurden. Foto: Burkhard Giesen
Rathaussanierung
Durch eine falsche Sanierung in den 1970er Jahren rosten die über 1000 Betonsäulen im Inneren. Foto: Stadt Düren

Düren. Böse Überraschungen hatte Dürens Tiefbauamtsleiter Helmut Harperscheidt beim Projekt Rathaussanierung nie ausgeschlossen. Eine dieser bösen Überraschungen ist jetzt eingetreten.

Im schlimmsten Fall, sagt Harperscheidt, steigen die Kosten der Rathaussanierung um 1,5 Millionen Euro. Und auch der günstigste Fall – Mehrkosten von 750 000 Euro – löst nur wenig Begeisterung aus. Und: Die Sanierung wird teurer, weil in den 1970er Jahren saniert wurde. Nach heutigen Erkenntnissen falsch saniert wurde. Das Problem sind die Betonstützen, die die Rathausstockwerke tragen. Rund 1000 Stützen sind es insgesamt, schätzt Harperscheidt.

Als im April im Erdgeschoss vier der alten, dicken Stützen entfernt und durch neue Betonstützen ersetzt wurden, war Harperscheidt bereits aufgefallen, dass die Betonqualität sehr unterschiedlich ist. Und so wurde eigens ein Ingenieurbüro beauftragt, die Betonqualität zu untersuchen und ein Sanierungskonzept zu erstellen.

Aus dem Zwischenbericht dieses Büros geht nun hervor, „dass ein erheblicher, bisher nicht erkennbarer, Sanierungsbedarf bei den Betonstützen besteht“, so Harperscheidt am Montag.

Bei einer Sanierung in den 1970er Jahren waren die Betonstützen ummantelt worden. Harperscheidt: „Man hat damals eine Beschichtung aufgetragen, die nicht dampfdurchlässig ist.“ Mit fatalen Folgen: „Wenn da Wasser eindringt und durch die Ummantelung nicht raus kann, führt das zu einer Korrosion. Die Folge sind Volumenvergrößerungen und Abplatzungen“, so Helmut Harperscheidt.

Was das Problem so schwer macht: „Selbst bei Betonstützen, wo die Beschichtung noch intakt ist, kann der Korrosionsprozess schon weit fortgeschritten sein.“ Soll heißen: Der Sanierungsumfang ist nicht absehbar, weil im schlimmsten Fall jede der rund 1000 Säulen kontrolliert werden muss. Harperscheidt: „Das sind umgerechnet rund zehn Kilometer Sichtbetonstützen, an die wir mehr oder minder ranmüssen.“

Um zu verhindern, dass dieses unerwartete Problem neben dem Kostenrahmen auch den Zeitplan sprengt, hat die Stadt zwei Firmen beauftragt, mit unterschiedlichen Methoden jeweils eine der schadhaften Säulen probehalber zu sanieren. „Wir wollen so in Erfahrung bringen, mit welchem Zeitaufwand, aber auch mit welchem Kostenaufwand wir rechnen müssen.“  Immerhin müssen die Ummantelung und der schadhafte Beton entfernt werden, die Stahleinlagen erneuert oder behandelt und eine neue Außenbeschichtung aufgetragen werden.

Helmut Harperscheidt hofft allerdings, dass diese  Maßnahmen „nur marginale Auswirkungen“ auf den engen Zeitplan haben. „Wir müssen möglichst noch Ende September mit diesen Arbeiten loslegen, weil wir ansonsten Probleme mit dem Austausch der Fenster bekommen“, so Harperscheidt. Und weil nicht nur zusätzliches Geld nötig, sondern auch Eile geboten ist, soll der Rat nach den Sommerferien zu einer Sondersitzung zusammentreten, um die entsprechenden Aufträge auf den Weg zu bringen.

Bis dahin dürfte dann auch das Rathaus komplett verschwunden sein – hinter einem Gerüst und einer Schutzfolie, die beim Sandstrahlen vor Staubentwicklung schützt. Das Gerüst wird gerade aufgebaut und im Bereich Wilhelmstraße erinnert das Rathaus schon jetzt an die Verpackungskunst des bulgarischen Objektkünstlers Christo.

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