Düren - Rathaus erwartet Überschüsse

Rathaus erwartet Überschüsse

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
6538947.jpg
Nach dem Hauhaltsentwurf wird das Dürener Rathaus 2014 mehr als 212 Millionen Euro einnehmen und knapp 210 Millionen Euro ausgeben. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Bürgermeister Paul Larue erinnerte daran, wie es einmal war: „Früher sprach man von der Sternstunde des Kämmerers, wenn der Haushalt eingebracht wurde.“ Gemeint sind Zeiten, in denen es noch etwas zu verteilen gab.

Das ist vorbei. Wenngleich sich die Finanzsituation in Düren nach sieben Jahren intensivem Sparen deutlich bessern soll. Kämmerer Harald Sievers geht bei seinem Doppelhaushaltsentwurf für 2014 von einem Plus von 2,9 Millionen Euro aus, ein Jahr später soll der Überschuss bei 5,6 Millionen liegen. Von 2016 bis 2018 sollen die Einnahmen weiter sprudeln. Die Stadt rechnet mit Überschüssen zwischen sechs und acht Millionen Euro.

Ob es so kommt, ist ungewiss. Der am Mittwoch im Stadtrat vorgelegte Haushaltsentwurf basiert auf Annahmen des Kämmerers. Sievers orientierte sich an den Budgets, die die einzelnen Fachämter (beispielsweise: Jugend, Sport, Schule, Feuerwehr) zuletzt zur Verfügung hatten. Zudem berücksichtigte er zu erwartende Steuer- und Gebühreneinnahmen sowie Zuweisungen des Landes. Überdies gingen in die Rechnungen Ausgaben ein, als großer Batzen etwa die Kreisumlage (rund 64 Mio. Euro). Auf der Habenseite verbucht die Stadt außerdem Einnahmen aus Gesellschaften, die ihr entweder ganz oder teilweise gehören (Stadtwerke, Sparkasse, unter anderem).

Nun wird der Haushaltsentwurf von der Politik beraten. Wenn das Zahlenwerk vom Rat verabschiedet worden ist, muss es vom Kreis Düren als Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Bei einem ausgeglichenen Haushalt würde die Stadt das seit 2009 geltende Haushaltssicherungskonzept (HSK) verlassen und könnte wieder freier über ihre Ausgaben entscheiden.

Ob es einen Ausgleich (oder gar positive Zahlen) gibt, zeigen die nächsten Wochen, wenn im Finanzausschuss der Stadt beraten wird. Schon jetzt ist klar, dass etwa das städtische Jugendamt ein um womöglich mehr als eine Million Euro höheres Budget schon in diesem Jahr benötigt. Das liegt auch an wieder steigenden Heimunterbringungen von Kindern und Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Familien bleiben können. Auch das Kulturamt kann wegen geringerer Einnahmen das Budget in diesem Jahr nicht einhalten, ebenso wenig die beiden Museen. Der Etat des Sozialamtes musste wegen steigender Asylbewerber- und Flüchtlingszahlen (u.a. aus Syrien) dieses Jahr um 500000 Euro aufgestockt werden. Die Amtsleiter müssen nun darstellen, wie sie sich ihre Budgets für die beiden nächsten Jahre vorstellen.

Ein Fragezeichen steht auch noch hinter dem Personaletat, weil heute noch nicht absehbar ist, wie hoch die Lohnsteigerungen künftig ausfallen. Angesichts dieser Entwicklungen zeichnet sich ab, dass nicht alle Ämter für 2014 ihre bisherigen Budgets (auf denen der jetzige Haushaltsentwurf aufgebaut ist) halten können. Daher ist der Ausgleich offen. Darauf wies auch Kämmerer Sievers hin. „Es wird trotz des derzeit prognostizierten Überschusses von 2,9 Millionen Euro schwer, den Ausgleich darzustellen.“ Sicher müssten weitere Sparbemühungen unternommen werden. CDU-Fraktionschef Stefan Weschke sagte, er ginge vom Haushaltsausgleich aus. „Aber auch dann können wir in Zukunft nicht mit dem Füllhorn durch Düren ziehen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert