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Rasern auf der Spur: Polizei ermittelt mit speziellen Radargeräten

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
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Keine Wunderwaffe, aber ein effektives Hilfsmittel: Karl-Heinz Hamacher zeigt eines der Lasergeräte, die kaum sichtbar an Bäumen oder Masten montiert werden. Foto: Dietmar Engels

Düren. Mit einem speziellen Radargerät ermittelt die Polizei Stellen, an denen besonders oft gerast wird. Dann erst folgen die „Blitzer”. Außerhalb geschlossener Ortschaften ist überhöhte Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache. Und weil bei hohem Tempo bei Zusammenstößen ungeheure Kräfte auftreten, sind die Unfallfolgen nicht selten besonders schwer.

Ein Hauptziel der Polizei ist es deshalb, ausgewiesene Tempolimits durchzusetzen. Wie man das effektiv erreichen kann, verdeutlicht ein Modellprojekt der Kreispolizeibehörde.

Die Polizei kann schon aus personellen Gründen nicht jeden neuralgischen Punkt auf Landes- und Kreisstraßen regelmäßig überwachen. Ein probates Mittel, um an die nötige Datengrundlage zu kommen, ist ein spezielles Radargerät, dass Straßenabschnitte vollautomatisch überwacht. Erfasst werden die Art des Fahrzeugs, die jeweilige Richtung und das gefahrene Tempo. „Der entscheidende Vorteil ist, dass wir mit geringem Aufwand zuverlässige Daten erhalten”, so Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Hamacher.

Fotos macht das unscheinbare Gerät im Gegensatz zu den sattsam bekannten Starenkästen nicht. Deshalb hat - zunächst - auch der schnellste Raser nichts zu befürchten. Ergeben die über mehrere Tage hinweg gesammelten Daten, die mit einem Computer ausgewertet werden, dass an der fraglichen Stelle viele Verkehrsteilnehmer das Tempolimit missachten, schreitet die Polizei allerdings zur Tat - und zwar massiv. Dann gibt es häufige „richtige” Radarmessungen zu unterschiedlichen Tageszeiten und auf verschiedenen Abschnitten der jeweiligen Strecke. Mit Erfolg: „Die massiven repressiven Maßnahmen führen innerhalb kurzer Zeit zu einer erheblichen Verminderung der Geschwindigkeitsübertretungen”, berichtet Hamacher.

Was den Leiter des Verkehrsdienstes besonders freut: „Das bleibt dann in der Regel über einen längeren Zeitraum so. Wenn die Zahl der Raser dann allmählich wieder ansteigt, kontrollieren wir wieder vereinzelt. Das reicht zumeist, um wieder auf das durch die massiven Aktionen erreichte Niveau zu kommen.” Die Erfolge sind in der Tat bemerkenswert: Im Rahmen des vom Land NRW geförderten und von der RWTH Aachen begleiteten Modellprojekt sind auf der L33 bei Vettweiß und der L246 bei Nideggen die Geschwindigkeitsübertretungen erheblich - und auf Dauer - zurückgegangen.

Wichtiger noch: Die Maßnahmen hatten zur Folge, dass auch die Zahl der Unfälle deutlich gesunken ist. Um sicher zu gehen, dass nur die Kombination aus Datenerfassung und massiven polizeilichen Kontrollmaßnahmen zum Erfolg führt, wurde auf einer dritten Strecke lediglich gemessen (und nicht „geblitzt”) - mit dem Ergebnis, dass hier keine Veränderung eingetreten ist.

Entgegen eines landläufigen Vorurteils richten Polizei und Straßenverkehrsbehörde Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote übrigens nicht ein, um anschließend kassieren zu können. Die Maßnahmen erfolgen nur an Stellen, an denen schon einiges passiert ist.

Auch wenn mancher ertappte Verkehrsteilnehmer das sicher anders sieht: Es geht in allererster Linie um die Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr.
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