Rasanter Aufstieg durch Industrie und Eisenbahn

Von: Dietmar Engels
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Düren. Um eine spannende Epoche der Stadtgeschichte dreht sich die neue Ausstellung im Stadtmuseum in der Arnoldsweilerstraße 38. Es geht um die Zeit von der Eingliederung der Rheinland in das Königreich Preußen (1815) bis zur Gründung des Deutschen Reiches (1871). In diesen Jahren hat sich in der Kreisstadt eine Menge getan.

„Motor” der rasanten Aufwärtsentwicklung war die Dürener Industrie, eine große Rolle hat auch der Anschluss Dürens an das überregionale Schienennetz gespielt.

Ein sehenswertes Ergebnis

In den vergangenen fünf Wochen wurde im Stadtmuseum eifrig gewerkelt und wissenschaftlich gearbeitet, um die Schau zusammen zu stellen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie die „DN” bei einer Vorbesichtigung feststellen konnten. Bernd Hahne, 2. Vorsitzender des Trägervereins für das Stadtmuseum: „Rund 25 Personen haben sich an der Aufarbeitung des bedeutsamen Kapitels der Stadtgeschichte beteiligt - zuletzt jeden Tag. Und so ganz fertig sind wir noch nicht. Bis Sonntag schaffen wir das aber.”

Die Ausstellung beleuchtet die Zeit von 1815 bis 1871 aus verschiedenen Blickwinkeln. „Politik und Verwaltung” ist einer davon. Man erfährt zum Beispiel, dass es dem Verhandlungsgeschick, der Kreativität und der Ausdauer der Stadtoberen zu verdanken ist, dass 1841 die Bahnstrecke von Köln nach Aachen mit dem Haltepunkt in Düren (und nicht etwa in Jülich) eröffnet wurde. Was die Industrie anbelangt, so hätte allein dieser Aspekt der Ausstellung locker gereicht, um das ganze Stadtmuseum zu belegen.

Das wollten die Leute vom Stadtmuseum aber nicht und haben sich deshalb auf die allerwichtigsten Entwicklungen beschränkt. Deutlich wird, dass die Erfindung der Dampfmaschine für eine rasante Entwicklung gesorgt hat.

Abhängig vom Wasser der Rur

Davor waren die Betriebe vom Wasser der Rur und der Mühlenteiche abhängig. Eine riesengroße Stadtkarte mit Lämpchen lässt erkennen, wie viele Mühlen jeglicher Art es zu Beginn der Industralisierung in Düren gab. Besagte Karte zeigt auch die damaligen „Mautstellen”. Die Straßen waren damals noch vorwiegend in Privathand und deshalb wegezollpflichtig.

An eine Kanalisation war damals genauso wenig zu denken wie eine konstante und sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Vor allem letzteres war der Grund dafür, dass noch Mitte des 19. Jahrhunderts viele Cholera-Tote und andere Seuchenopfer zu beklagen waren.

Hätten Sie´s gewusst? Erst 1825 wurde hierzulande die allgemeine Schulpflicht eingeführt, was, so Bernd Hahne, „von vielen Dürenern, sagen wird mal so, zunächst übersehen wurde.” Die Kinder malochten in den Fabriken und gingen - wenn überhaupt - sonntags zur Schule.

In der neuen Ausstellung gibt außer dem Erwähnten noch eine ganze Menge mehr zu entdecken. Der Besuch lohnt sich!

Sonntags geöffnet, und der Eintritt ist frei

Die Ausstellung wird am kommenden Sonntag, 28. November, um 11 Uhr geöffnet. Sie kann künftig jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Regelung für die kommenden Feiertage steht noch nicht fest. Das Stadtmuseum befindet sich in der Arnoldsweilerstraße 38 (früher eine Sparkassen-Filiale).

Der Eintritt ist kostenlos. Freiwillige Spenden nimmt der Trägerverein des Stadtmuseums aber natürlich gerne entgegen. Es gibt noch viel zu tun.

Dienstags ist das Stadtmuseum ab 18 Uhr für Menschen geöffnet, die sich über den Trägerverein und desen Arbeit informieren möchten. Die „Macher” können jede Hilfe brauchen.
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