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Ramadan auf dem Kaiserplatz: Gemeinsam feiern und sich verstehen

Von: Margret Vallot
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Warben auf dem Kaiserplatz für das „Ramadanfest 2012”, das dort am 25. August stattfinden wird: Die Mitglieder des Islamforum Düren mit Bürgermeister Paul Larue (2.v.r.), Dr. Halabi (l.) und weiteren Organisatoren des Kulturfestes. Bei Musik und leckeren Speisen will man ins Gespräch kommen. Foto: Margret Vallot

Düren. Feste sind Kristallisationspunkte einer Kultur. Sie sagen viel aus über die Menschen, die sie feiern. Über Feste und über das Feiern sprach Bürgermeister Paul Larue kurz, als er am Mittwoch zusammen mit Dürener Muslimen das dritte Ramadanfest ankündigte.

Es wird diesmal wenige Tage nach Ende des Fastenmonats, am 25. August, auf dem Kaiserplatz stattfinden.

Zum dritten Mal können Dürener die Gastfreundschaft ihrer muslimischen Mitbürger genießen. „Indem wir uns gegenseitig zu unseren Festen einladen, entsteht Gemeinsamkeit”, sagte Larue und wies noch darauf hin, dass gerade das Fasten in Christentum und Islam gleichermaßen wichtig sei.

Für den Veranstalter, das Islamforum Düren, brachte Dr. Muhammad Safar Al-Halabi seine Freude darüber zum Ausdruck, „dass Menschen, Kulturen und Religionen sich begegnen und in Kontakt miteinander kommen”. Zu den Organisatoren des Festes gehören außer dem Islamforum noch die Fatih Moschee und die Hicret Moschee in Düren sowie mehrere muslimische Vereinigungen.

Als Unterstützer dabei sind Vertreter der beiden christlichen Kirchen, Stadt und Kreis Düren, die Polizei Düren und das „Bündnis gegen Rechts”, das seit der großen Demonstration im Februar diesen Jahres an Bedeutung hinzugewonnen hat. An der Demonstration waren in der ein oder anderen Weise auch ausländische Mitbürger in großer Zahl beteiligt, was am Dienstag wieder lobend erwähnt wurde.

Der Erlös vom Ramadanfest kommt dem Projekt „Gegen Kinderarmut in Düren” zugute. Wie Dr. Halabi erklärte, sind die Muslime anlässlich des Ramadan zum Spenden verpflichtet. Sie haben dafür kein Moschee-Projekt ausgesucht, sondern ein städtisches.

Bei dem Fest werden eigens engagierte, auswärtige Bands auftreten. Es wird Infostände geben, ein Kinderprogramm und kulinarische Genüsse. Auch arabische und türkische Folklore-Gruppen treten auf. Derwische werden nach Düren kommen und sich auf dem Kaiserplatz drehen. Und: In diesem Jahr werden die Muslime nicht selber fasten, wie in den vergangenen beiden Jahren. Sie werden, weil der Ramadan schon beendet ist, von Anfang an mitessen und -trinken und das Fest so besser genießen können. Schließlich macht der überlange Verzicht auf Speis und Trank die Menschen schlapp. Er setzt ihnen zu, dies quasi absichtlich, denn sie sollen an diejenigen denken, die aus Not nichts oder fast nichts zu essen haben.

„Es ist schön, dass sich die Moscheevereine ins gesellschaftliche Leben einbringen”, freute sich Pfarrer Dr. Dirk Siedler. Auch er will am 25. August dabei sein.

Das „Ramadanfest 2012” findet statt am Samstag, 25. August, von 14 bis 22 Uhr vor dem Rathaus in Düren. Ab 12 Uhr werden Infostände aufgebaut.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der islamische Fastenmonat. Das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans ist nach dem Opferfest der höchste islamische Feiertag.
Der Fastenmonat beginnt in diesem Jahr am Freitag, 20. Juli. Das Fastenbrechen wird in diesem Jahr vom 19. bis zum 21. August gefeiert.

Die Kosten für Werbung, Zeltmiete, das Kulturprogramm und die Bewirtung belaufen sich auf etwa 20.000 Euro. Sie werden hauptsächlich durch die Moscheevereine, durch Einzelspenden und die Sparkasse aufgebracht.

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