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Pumpspeicherkraftwerk: 600 Demonstranten am Rursee

Von: ale
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Rund 600 Demonstranten kamen Samstag zum Rursee nach Heimbach, um gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk zu protestieren. Foto: ale

Heimbach. Mit Mann, Frau, Kind und Hund haben sie sich auf den Weg gemacht, mit Rucksack und Transparenten: Gegner des Pumpspeicherkraftwerks demonstrierten am Samstag, um den Rursee zu schützen. Es ist höchste Zeit, deshalb hieß die Demo am Samstag auch „5 vor 12“.

Denn am 15. März wird der Regionalrat Köln über eine Regionalplanänderung entscheiden, die den Weg für das am Rande des Buhlert geplante Oberbecken freimachen könnte.

Die Demonstranten kamen aus der gesamten Region. Schon um 10 Uhr marschierten die Schmidter los, eine Gruppe von zirka 60 Personen ging zu Fuß, darunter auch Kinder und Jugendliche. Ihre Transparente drückten klar aus, was sie vom geplanten Kraftwerk denken: „Der See ist nur ohne PSW ok.“ Und bezugnehmend auf die 380kv-Leitung: „Wenn wir Schmidter bedrohte Tiere wären, würdet Ihr uns schützen!“

In Schwammenauel gab es schon auf den Parkplätzen einen freundlichen Empfang, Polizei und Feuerwehr leiteten die Pkw-Fahrer. Viele hatten das Angebot der Rurtalbahn und der DKB genutzt, aus Richtung Düren konnte man kostenlos nach Schwammenauel kommen.

Auf dem großen Versammlungsplatz traf man sich erwartungsvoll und guter Laune; auch die Kinder hatten ihre Sorgen auf Schildern und Bannern zum Ausdruck gebracht, beispielsweise die Gleichung „Trianel = Geld, Rursee = kaputt“.

Eifelvereine, Segler, Anwohner, Ratsmitglieder aus allen Gemeinden rund um den See, Angestellte der Rursee-Schifffahrt, sie alle gaben dem Programm einen Rahmen. Es begann damit, dass eine Schiffsglocke Alarm läutete: „Es ist fünf vor zwölf für den Rursee!“ Gerd Linden, Museumslandwirt in Kommern, hatte geläutet und Hubert vom Venn herbeigerufen. Der Eifel-Kabarettist legte los, wie es seine Art ist: In Anspielung auf eine Äußerung der Grünen-Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius begrüßte er die rund 600 Demonstranten als „kleine elitäre Gruppe“. „Wir Eifeler haben zur Energiewende viel beigetragen, wir haben uns nicht gegen die Spargel gewehrt (damit meint er Windräder). Nun werden wir von den Grünen in die Ecke von Atomkraft-Befürwortern gestellt, das lassen wir uns nicht gefallen.“

Franz-Josef und Waltraud Heuken, die das Hotel „Seehof“ und die Rursee-Schifffahrt betreiben, sagten zur Bürgerinitiative und zu den Demonstranten: „Wir bestärken euch in Eurem Kampf. Das gesamte Gebiet würde durch das Pumpspeicherkraftwerk in Mitleidenschaft gezogen, wir befürchten, dass die Schifffahrt hier keine Zukunft hätte.“ Außerdem meldeten sich Bernd Pauls aus Strauch und Segellehrer Günter Becker zu Wort. Sie drückten die Bedenken und Ängste der Menschen aus. Und es meldete sich jemand, der dem schweigenden Orden der Trappisten vom Kloster Mariawald angehört: Bruder Abt Josef drückte seine Hoffnung aus, „dass wir es abwenden können“.

Mit lustigen Liedern unterhielt das Duo Dr. Mohamed Bidaoui und Frank Ledig die vielen Menschen: „Wochenend‘ und Sonnenschein“ war zwar Wunschdenken, machte aber Spaß. Und richtig Freude kam auf, als Manni Lang zum Mikrofon griff: Er ist ein Kenner der Eifeler und ihrer Sprache und erzählt herrliche Geschichten. Wenn es den Planern „alles dress-ejal ös“, wie es den Menschen ginge, dann erinnere ihn das an Kaiser Wilhelms Zeiten, der bekanntlich bedauerte, dass hier Menschen wohnen, wo es doch so ein schönes Jagdgebiet ist!

„Mött mier net!“ Damit bekräftigt der Eifeler, dass er ganz entschieden dagegen ist. Und das war dann auch am Applaus der Menge zu hören.

Auch Günter Hochgürtel wurde mit großem Jubel begrüßt, seine Lieder künden vom Stolz auf die Heimat und dem Wunsch, sich hier wohlfühlen zu dürfen. Edgar Dartenne von der BI sagte unter anderem, dass „für das Kraftwerk 35 Hektar Wald vernichtet werden müssen“.

Der Ortsvorsteher von Hausen, Josef Jörres, bat herzlich, mit dem Widerstand weiterzumachen, „Was sonst die Grünen vertreten haben, das vertreten wir jetzt“, meinte er.

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