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Publikum in eine Märchenwelt entführt

Von: Jana Peterhoff
Letzte Aktualisierung:
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Das Ballettensemble schenkte dem Dürener Publikum ein unvergessliches Spektakel aus Musik, Tanz, Bilder und Farben. Foto: Jana Peterhoff

Düren. Ein Riesenfeuerwerk aus Tanz, Musik, Bildern und Farben erlebten die Zuschauer im Haus der Stadt. Das staatliche akademische Theater für Oper und Ballett Donetsk gastierte in Düren mit „Tausendundeine Nacht”. Das ukrainische Ballettensemble und Orchester verzauberte mit brillantem Spiel.

Das Publikum ließ sich gerne in die exotische Welt des Orients entführen. Wie konnte es auch anders sein, wenn große Meister am Werk gewesen sind. Der bedeutendste zeitgenössische Komponist Aserbaidschans, Fikret Amirov schrieb die Musik - eine Synthese von verträumten, orientalisch-melancholischen Melodien und ausdrucksstarken dramatischen Stimmungen, bezeichnend für den Oxident, in farbenprächtiger, differenzierter Instrumentierung. Evgenija Hasyanova verdanken wir die Choreografie und das Kostümdesign. Ein Kunstwerk als Bühnenbild schuf Anatolij Arefjev.

Indische Wurzeln

Der Klassiker der Weltliteratur „Tausendundeine Nacht” bildet die inhaltliche Grundlage des Stücks. Hinweise auf den persischen Urtext der weltberühmten Märchen tauchen zum ersten Mal in zwei arabischen Quellen aus dem 10. Jahrhundert auf. Die mündliche Überlieferung ist noch älter und weist auf indische Wurzeln hin.

Mit einem technisch perfekt ausgeführten Pas de deux eröffnet, ging die Handlung harmonisch in die Gruppenszenen des homogenen und sehr lebendig spielenden Ensembles über. Der erste Akt stellte nur die dramatische Vorgeschichte dar. Akt zwei verlief deutlich abwechslungsreicher und dynamischer. Die Handlung konnte sich ausbreiten, wachsen und den Höhepunkt erreichen.

Die beiden Hauptfiguren der Rahmenhandlung sind die kluge Scheherazade, Tochter des ersten Wesirs, und der mächtige Herrscher Schahriyar. Wegen der Treulosigkeit seiner vorherigen Geliebten beschließt der grausame Sultan, tödliche Rache an allen Frauen zu nehmen. Dieses Schicksal erwartet auch Scheherazade.

Doch sie schafft es, ihn von seinem Plan abzuhalten: Nacht für Nacht, tausend Nächte lang, erzählt sie ihm Geschichten und hört an der spannendsten Stelle auf, um das Morgengrauen zu erleben. Erst nach tausendundeiner Nacht verzichtet der Herrscher auf sein Vorhaben.

Und so erschienen auf die Bühne der Seefahrer Sindbad und der Vogel Ruch, Aladin, Prinzessin Budur und der böse Zauberer, Ali Baba, seine kluge Frau Mardjana und die vierzig Räuber in perfekter Inszenierung.

Musik etwas zu laut

Die Solotänzer und das Ensemble spielten sehr anspruchsvoll, technisch sehr präzise und mit mitreißender Leichtigkeit. Trotzdem blieben die Charaktere konstant, erfuhren keine Entwicklung, wirkten unnahbar, irgendwie fern und zeigten ein sehr stilisiertes Spiel.

Die Musik mit ihrer etwas zu hohen Lautstärke wirkte wie ein Schleier und trennte den Zuschauer von dem, was auf der Bühne geschah. Vielleicht muss das Märchen ein Märchen bleiben, und alle Wesen, die diese Märchenwelt bewohnen, dürfen nur vollkommen und unberührt in die Zukunft übergehen.
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