Psychiatrische Behandlung aus der Tabu-Zone holen

Von: Margret Vallot
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Jasmin Hamacher möchte Menschen, die psychiatrisch behandelt wurden ein Forum zum Gedankenaustausch bieten. Foto: Margret Vallot

Düren. Wer einmal einige Tage oder Wochen als Patient in der Psychiatrie verbingen musste, der möchte das meist lieber für sich behalten. Das Thema ist mit einem Tabu behaftet. Gleichwohl ist es für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung heilsam und entlastend, sich mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, zusammenzutun und über das Erlebte zu sprechen.

In Düren möchte Jasmin Hamacher im August eine Selbsthilfegruppe eröffnen. Zwei mal pro Monat können sich Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige von psychisch Erkrankten und Interessierte treffen und frei alle Themen und Fragen ansprechen, die mit dem Klinikaufenthalt zu tun haben.

Wie soll es nach dem Klinikaufenthalt weitergehen? Wie war der Aufenthalt, und was kann man besser machen, wenn es zu einem weiteren Klinikaufenthalt kommt? Wer kann dabei helfen, besser klar zu kommen? Diese und viele andere Fragen können bei den Treffen besprochen werden. Bis zu 15 Personen können mitmachen.

Weiterbildung absolviert

Jasmin Hamacher ist selbst Betroffene und hat aus diesem Kontext heraus eine Weiterbildung absolviert. Sie besuchte ein Jahr lang drei Tage im Monat die Ausbildung bei „Ex-In“ in Köln beim Berufstrainingszentrum (BTZ) und ist jetzt zertifizierte Genesungsbegleiterin.

Dass gerade Betroffene Experten für Menschen in seelischen Krisen sind, die nach einer Ausbildung anderen wirksam helfen können, ist im europäischen Ausland seit langem bekannt. In Deutschland beginnt sich diese Erkenntnis erst langsam durchzusetzen. Einzigartiges persönliches Erfahrungswissen lässt sich zu Expertenwissen ausbauen, genau das geschieht beim Projekt „Ex-In“. Die Abkürzung steht dabei für „Experienced Involvement“. In der Selbsthilfegruppe können auch Fachkräfte eingeladen werden, „wenn es einmal Fragen gibt, die wir nicht beantworten können“, sagt Jasmin Hamacher. Ansonsten gehe es darum, sich gegenseitig den Rücken zu stärken und Perspektiven zu entwickeln.

Start am 9. August

Am Freitag, 9. August (und nicht wie zunächst geplant schon am 21. Juni), findet das erste Treffen statt. Von 17 Uhr bis etwa um 18.45 Uhr wird man beisammen sein in den Räumen der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen in Düren, Paradiesbenden 24.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, auch entstehen keine Kosten. Auskunft erteilt die Kontaktstelle unter Telefon 02421/489211 in Düren. Jasmin Hamacher ist zu erreichen unter hamacher.ex-in@web.de.

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