alemannia logo frei Teaser Freisteller

Prozess um Bluttat zieht sich zäh durch die Zeit

Von: Hartmut Prüss
Letzte Aktualisierung:

Düren. Auftakt zum dritten Verhandlungstag im Prozess um eine blutige Auseinandersetzung an der Rurstraße in Düren: Der Vorsitzende Richter verteilt einen Schriftsatz an Staatsanwältin und an Verteidiger.

Darin wird der Antrag des Rechtsanwaltes, das Schöffengericht für befangen zu erklären, zurückgewiesen. Folglich geht der Vorsitzende Richter Peter Lüttgen zur Tagesordnung über, so dass die Beweisaufnahme fortgeführt wird. Sechs Zeugen werden im Laufe der folgenden fünf Stunden ausführlich vernommen. Zuweilen zieht sich das Frage- und Antwort-Prozedere recht zäh durch die Zeit. Aber die Vorwürfe gegen den Angeklagten, der übrigens in Untersuchungshaft sitzt und jeweils von Justizwachtmeistern zum Prozess vorgeführt wird, sind nun einmal gravierend.

Ebenso die drohende Strafe. Es geht um einen Streit zwischen mehreren Männern, der in der Nacht zum 24. Oktober 2013 gegen 2 Uhr ziemlich blutig endete. Ein 28-Jähriger erlitt eine stark blutende Wunde am Schienbein, die vermutlich mit einer Axt oder einer Machete verursacht wurde. Sein 29 Jahre alter Bruder zeigt vor Gericht eine etwa 25 Zentimeter lange Narbe oberhalb der linken Hüfte in Höhe seiner Niere, die ebenfalls Folge der Auseinandersetzung sei.

Zu den Zeugen gehörte ein 16-Jähriger aus der Nachbarschaft dem ein Rechtsanwalt zur Seite stand. Vom eigentlichen Geschehen habe er aber nichts mitbekommen, sondern nur Schreie gehört und vom Fenster aus nach eigenem Bekunden viel Blaulicht gesehen. Drei weitere Zeugen waren an jenem Abend Gäste des 28-Jährigen, dessen Blutverlust am Bein damals so stark war, dass er noch am Tatort das Bewusstsein verlor.

Sie schilderten die Ereignisse jeweils aus ihrer Sicht, nachdem eine Stunde nach Mitternacht einige Männer die besagte Wohnung besucht hatten, nach kurzer Rangelei aber wieder verschwanden. Kurze Zeit später sei dann ein mit mehreren Personen besetztes Fahrzeug, ein hellblauer Pkw mit HS-Kennzeichen, vor dem Haus vorgefahren. Unklar blieb, ob die herausstürmenden Insassen maskiert waren oder nicht. Augenblicke später waren der Wohnungsbesitzer am Bein, sein im Haus gegenüber wohnender Bruder, der zur Hilfe gekommen war, an der Hüfte schwer verletzt. Namentlich bezeichnete der 29-Jährige den Angeklagten als Täter.

Widersprüche

Der Verteidiger stellt indes die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen in Frage. Angesichts der aus seiner Sicht offenkundig zutage getretenen Widersprüche regte er an, den Haftbefehl gegen seinen Mandanten aufzuheben. Dem folgte das Gericht nicht, zumal die Staatsanwältin nach wie vor Fluchtgefahr sieht. Der Prozess wird am Donnerstag, 20. Februar, um 10 Uhr im Saal 1.07 des Amtsgerichts Düren fortgesetzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert