Hürtgenwald - Proteste gegen Baupläne in Gey

Proteste gegen Baupläne in Gey

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Dirk Heidbüchel (links) und Ingo Schwarz von der Initiative „Für Gey” bezweifeln, dass es Bedarf für ein Baugebiet in ihrer Nachbarschaft gibt. Foto: Guido Jansen

Hürtgenwald. . Im Hürtgenwalder Ortsteil Gey regt sich Widerstand gegen ein Baugebiet, das im nördlichen Teil des Dorfes in Hanglage nahe der Waldkante des Hürtgenwalder Staatsforstes entstehen soll.

Auslöser für den Protest: Drei Grundbesitzer haben sich dazu entschieden, ihr Land in Bauland umzuwandeln. Derzeit überprüft die Gemeinde Hürtgenwald, ob die Fläche, auf der 29 Grundstücke mit jeweils 645 Quadratmetern Fläche entstehen sollen, zum Baugebiet erklärt werden kann.

Genau dagegen wehrt sich die Anwohner-Initiative „Für Gey”. Bereits 250 Unterschriften hat man gegen die Pläne, die unter anderem von den beiden Geyer CDU-Ratsherren Helmut Rößeler und Dr. Reinhard Odoj befürwortet werden, gesammelt.

Die Tatsache, dass Odoj und Ortsvorsteher Rößeler zu den Fürsprechern zählen, lässt die Mitglieder der Initiative befürchten, dass das Projekt nicht mehr zu stoppen ist. Die CDU hat 17 der 24 Ratssitze inne und könnte den Beschluss, das Land zu Bauland zu erklären, alleine durchboxen.

Überangebot entsteht

Die zwei Hauptargumente der Bürgerinitiative: Zum einen bestehe gar kein Bedarf, 29 Baugrundstücke zu schaffen. Zum anderen müsse der Bauverkehr durch eine viel zu enge Anliegerstraße laufen.

„In Gey gibt es derzeit etwa 60 nicht genutzte Baugrundstücke” sagt Dirk Heidbüchel, Mitglied der Initiative. „Wenn da jetzt noch einmal 30 dazukommen, dann entsteht ein Überangebot, das die Grundstückspreise kaputt macht”, so Heidbüchel, der als Anwalt in Düren arbeitet.

Zweifel an Interessenten

Die Initiative bezweifelt zudem, dass sich in Zeiten der Rezession überhaupt genügend Interessenten für das Projekt finden. Als Beleg nennen Heidbüchel und Mitstreiter Ingo Schwarz eine Zahl, die sie beim Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Düren erfahren haben. In der Kreisstadt mit ihren etwa 93000 Einwohnern seien im vergangenen Jahr 30 Baugrundstücke verkauft worden - so viele, wie Gey mit gerade mal 1746 Einwohnern nun plant.

„Da wird nicht auf der Basis einer Bedarfsermittlung geplant, sondern weil sich die Eigentümer mit dem Bauland Einnahmen erhoffen”, argumentiert Heidbüchel. Die Mitglieder von „Für Gey” befürchten, dass aufgrund geringen Interesses das Bauland größtenteils brach liegen könnte. Was aus der Sicht von Helmut Rößeler für das Erschließen des Baugebiets spricht: Gey könne nur in Richtung Norden wachsen. Schließlich wird in Zukunft im Süden die lang ersehnte Ortsumgehung verlaufen. „In der Hoffnung, dass die Umgehung einmal kommen wird, ist das Land nördlich von Gey schon vor über 30 Jahren im Flächennutzungsplan als mögliches Bauland deklariert worden. Jeder, der da seit dem hingezogen ist, hätte sich darüber informieren können, dass in der Umgebung irgendwann einmal gebaut werden könnte”, so Rößeler weiter.

Ein Problem stelle die Eifelstraße dar, eine kleine Sackgasse, die da endet, wo das neue Baugebiet beginnen soll. Laut Initiative soll der Bauverkehr teilweise hier entlang rollen. „Damit wäre die Straße überlastet”, sagt Ingo Schwarz, ebenfalls Mitglied und Anwohner. Derzeit reicht die Breite der Eifelstraße knapp aus, so dass zwei Autos in gegensätzlicher Fahrtrichtung zeitgleich passieren können. Chaos wäre vorprogrammiert.
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