Projekt in Eschauel: Viele Fragen zum geplanten Kletterpark

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
13074645.jpg
Klettern durch die Baumwipfel: Bevor das in Eschauel Realität wird, sind noch eine Fragen zu klären. Foto: dpa
13074650.jpg
Marco Schmunkamp (l.) stellte sich vielen kritischen Fragen zum geplanten Projekt Kletterwald Eschauel. Foto: ale

Schmidt. Der Bürgermeister der Stadt Nideggen, Marco Schmunkamp, sah sich am Mittwochabend einem voll besetzten Saal im Schützenhof in Schmidt gegenüber: Segler, Angler, Vertreter der Vereine, interessierte Schmidter und Ratsvertreter waren gekommen.

Thema des Informationsabends, zu dem Schmunkamp eingeladen hatte, war der geplante Kletterpark Eschauel.

„Es kursieren die wildesten Gerüchte“, hatte Marco Schmunkamp festgestellt. Deshalb wolle er, obwohl das Planungsverfahren noch ganz in den Anfängen stecke, vorab eine sachliche Information geben. Er schien auf einen turbulenten Abend gefasst zu ein, denn er bat direkt zu Beginn um ein grundsätzlich diszipliniertes Verhalten: „Andere aussprechen lassen, Zwischenrufe unterlassen!“

Zum Stand der Planungen erläuterte der Bürgermeister, dass es bisher vonseiten der Stadt lediglich einen Beschluss gebe, die Idee planerisch zu prüfen. Die Initiatorin, Yasmin Kalmuth-Büyükdere, habe die notwenigen Gutachten veranlasst. Eine landesplanerische Anfrage sei im April gestellt worden, diese sei noch nicht beantwortet. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch gar nichts entschieden“, betonte Marco Schmunkamp. „Wenn alle Gutachten positiv verlaufen, werden die Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit befragt.“

Der Bauausschuss stehe der Idee positiv gegenüber. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass „wir als Stadt mehrmals ein Projekt abgelehnt haben, ohne die Planung gut zu kennen. Wir sollten das Projekt nicht kaputtmachen, bevor wir wissen, worum es sich handelt.“

Yasmin Kalmuth-Büyükdere stellte sich als „Eifeler Mädchen“ vor, das den ganz großen Herzenswunsch habe, am Eschauel einen Kletterwald zu errichten. Sie sei Waldpädagogin und als Kletterwald-Leiterin zertifiziert. Sie plane dieses Projekt für alle Altersgruppen. Kinder, auch Schulklassen, könnten in der Natur sein, Bäume kennenlernen, ihre Grenzen ausloten. Für den Tourismus werde der Kletterwald positive Entwicklungen bringen.

Schmunkamp erläuterte das Vorhaben anhand einer Kartenskizze: Von den öffentlichen Parkplätzen am Eschauel aus würde links oberhalb des Schlerkmannpfädchens der eigentliche Kletterwald errichtet; in Richtung Beach-Club sollte ein Übungsgelände entstehen. Ein großer „London-Bus“ würde die Ausrüstung beherbergen, auch eine Toilettenanlage sei geplant.

Dann hatte der Bürgermeister einige Mühe, als Moderator die vielen Wortmeldungen abzuarbeiten. Die Betreiberin des Beach-Clubs, Magdalena Bongard, machte auf die chaotische Parkplatzsituation aufmerksam, die man regelmäßig an warmen Sommersonntagen vorfinde. Mehrmals wurde gefragt, wie denn die Erfahrungen mit dem Kletterwald in Raffelsbrand seien. Dies sei für die hiesige Planung nicht relevant, lautete die Antwort.

Ob denn kein anderer Platz für einen Kletterwald besser geeignet sei als dieses steile Waldgelände, wollten andere wissen. Die Investorengruppe bevorzuge diesen Platz, ein anderer komme nicht infrage, wurde geantwortet.

Ein Anlieger wies auf verschärfte Brandschutzbestimmungen hin, die im Wald gelten. Auch der Artenschutz erregte die Gemüter. Dr. Jürgen Prell vom Büro für Ökologie und Landschaftsplanung, der mit dem Artenschutzgutachten beauftragt ist, nahm die Kenntnisse der Anwesenden zu Fledermausvorkommen gerne auf. Einige Diskussionsteilnehmer, darunter die Angler, sahen Probleme beim Lärmschutz.

Gegen 22 Uhr bedankte sich Marco Schmunkamp abschließend für die konstruktiven Beiträge. Es war offensichtlich, dass alle Betroffenen das Vorgehen in diesem Projekt kritisch beobachten werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert