Programm gegen den Leerstand

Von: bugi
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Hier spiegelt sich der Leerstand von Geschäftsräumen in der Dürener Weierstraße. Die gilt schon als C-Lage. Und dort nehmen die Leerstände zu, sagt City-Manager Wilhelm Streb. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Ein gezieltes Förderprogramm für Existenzgründer fordert der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung für die Stadt Düren, Rolf Delhougne. Damit will er vor allem Geschäftsleute gezielt in die Innenstadt lotsen.

„Immer mehr Geschäfts- und Büroräume stehen in der Kernstadt leer”, stellt Delhougne fest. „Dem muss man mit einem speziellen Förderprogramm begegnen. Bisher war es immer so, dass alle etwas machen wollten, möglichst ohne Geld in die Hand zu nehmen. Das funktioniert aber nicht.” Die alte Kernstadt werde immer leerer, die Verlagerung der Nahversorger in Randlagen führe dazu, dass auch Publikum abgezogen werde, so der CDU-Politiker: „Es reicht nicht, wenn sich Düren als Stadt der Märkte präsentiert. Wir müssen mehr tun, um diesen Trend zu stoppen oder umzukehren.”

Ideen hat es auch schon in der Vergangenheit gegeben - zum Beispiel Ausstellungen in leer stehenden Geschäften. „Das wurde dann leider nicht richtig umgesetzt und konnte keinen Erfolg haben”, sagt Delhougne, der davor warnt, dass die Zahl der Leerstände noch zunehmen könnte. „Wir haben das Problem, dass bei inhabergeführten Geschäften oftmals die Nachfolger fehlen. Und: es gibt inzwischen zu wenig inhabergeführte Geschäfte.” Die könnten sich zudem gegen übermächtige Konkurrenz in Gewerbegebieten nicht behaupten.

Mit ein Grund, warum Delhougne erneut vor einer Ansiedlung des Sportartikelgeschäftes Decathlon im Gewerbegebiet Im großen Tal warnt. Delhougne: „Es geht dabei nicht darum, Wettbewerb zu verhindern. Unser Ziel muss es sein, Kunden in die Stadt zu locken. Würde sich Decathlon in der Stadt oder zum Beispiel im neuen Gewerbegebiet am Bahnhof ansiedeln, wäre ich sofort dafür.”

Zur Verschlimmerung der Lage in der Kernstadt tragen aus Delhougnes Sicht auch die Immobilienbesitzer bei, die oftmals auch bei längerem Leerstand nicht bereit seien, Mieten abzusenken. Delhougne: „Durch die Nachkriegssituation bedingt gehören in der Innenstadt viele Häuser Vermögensverwaltungsgesellschaften oder Stiftungen. Denen ist Düren oft egal. Hier muss die Stadt aktiv werden und mit den Verantwortlichen reden.”

Zudem, so Delhougne weiter, könnte die Stadt bei Geschäftsneueröffnungen im Kernbereich der Stadt zum Beispiel auf Ablösezahlungen für Parkplätze verzichten, um Existenzgründer zu unterstützen: „Niedrigere Mieten, Unterstützung der Stadt und ein gezieltes Förderprogramm könnten uns weiterhelfen, wenn wir die Stadt attraktiver gestalten wollen.” Einen potenziellen Geldgeber für das Förderprogramm hat Delhougne auch im Blick: „Wenn die Sparkasse Geld übrig hat, um den Geschäftsführer der Indeland GmbH zu finanzieren, muss man sich fragen, ob nicht hier auch eine Förderung als wichtige Infrastrukturmaßnahme richtig wäre.” Streb: „In der C-Lage findet ein Umbruch statt”

Knapp 40 leer stehende Geschäfte verzeichnete City-Manager Wilhelm Streeb Anfang Januar 2012. Im November 2008 waren es noch 47 Ladenlokale.

Während die A-Lage, also Ladenlokale in der Wirtelstraße, weiterhin stabil sei, sei die Situation in der B-Lage besser geworden, sagt Streb. Zur B-Lage zählen die Straßen, die direkt an die Wirtelstraße angrenzen, also unter anderem der Bereich bis zum Stadtcenter, Markt, Kaiserplatz und Kölnstraße.

Deutlich verschlechtert habe sich die Situation in der C-Lage, also zum Beispiel in der Josef-Schregel-Straße oder Weierstraße und Oberstraße. Streb erkennt hier einen Umbruch. In diesen Bereichen würden sich nicht mehr Fachhändler sondern Dienstleister ansiedeln.
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