Prima Comedy-Paartherapie

Von: Sandra Kinkel
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Mario Barth in Aktion. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Um eins klar zu stellen: Mario Barth liebt seine Freundin. „Das ist eine ganz tolle Frau”, sagt Deutschlands wohl bekanntester Comedian, der 70.000 Menschen ins Berliner Olympiastadion lockt, bei seinem dreitägigen Gastspiel in der Arena Kreis Düren unumwunden vor 2300 Zuschauern.

Um danach zwei Stunden lang von seiner Freundin und dem Leben mit ihr zu erzählen. Und sich - natürlich - darüber lustig zu machen. „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch” heißt Barths aktuelles Programm, es ist nach „Männer sind Schweine, Frauen aber auch!” und „Männer sind primitiv, aber glücklich!” der dritte Teil von Mario Barths überaus erfolgreicher Comedy-Paartherapie.

Innerhalb eines Tages waren alle drei Vorstellungen (6900 Karten) in der Arena mit Mario Barth ausverkauft, und am Freitagabend gab es schon um 18.30 Uhr rund um die Arena kaum noch freie Parkplätze. Vor Dürens größter Halle entwickelte sich eine um die hundert Meter lange Schlange, aber keiner der Barth-Fans motzte, alle standen geduldig an und harrten in großer Vorfreude der Dinge, die da kommen würden.

Wie immer war die Organisation von Veranstalter Günther Meyer und seinem Team hervorragend, es klappte wirklich alles reibungslos.

Mit knapp 15 Minuten Verspätung, angefeuert von einigen Pfiffen und rhythmischem Klatschen, kam dann gegen 20.15 Uhr endlich Mario Barth auf die Bühne, wie immer ganz lässig in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen: direkt total präsent, witzig, spritzig und unglaublich schnell. Da gibt es kaum Pausen, der 37-jährige gelernte Telekomunikationsanlagen-Elektroniker fing an zu erzählen und startete dabei einen nicht enden wollenden Angriff auf die Lachmuskeln seiner Fans.

Dabei ist Barth eine irgendwie gelungene Mischung aus Kumpel und Rampensau, er berichtet von zwei Wochen Bildungsurlaub auf Mallorca mit seiner Freundin („Wäre mit ´nem Freund cooler gewesen!”), seinen Erfahrungen beim Einchecken am Flughafen und Frauen, die eigentlich immer ihr ganzes Gepäck mit auf Reisen nehmen wollen („Und alles, was nicht mehr reinpasst, ziehen sie an. Meine Freundin hatte 20 Jacken übereinander an. Aber man weiß ja auch nicht, wie das Wetter wird im August auf Mallorca.”)

Es sind ohne Zweifel Geschichten aus dem Leben, die so oder so ähnlich wohl jedes Paar schon einmal erlebt hat. Mario Barth wirkt eben nicht wie ein großer Star, sondern eher wie einer, der die neuesten Geschichten aus der Familie in seiner Lieblingskneipe zum Besten gibt. Und sein „Tratsch”, seine Erfahrungen, das sind echte Klassiker.

Klar, dass es auch um Einpacken geht, um Handtaschen („Da ist alles drin. Fragt mal eure Freundin in der Pause, ob sie einen Akkuschrauber dabei hat. Die sagt nicht nein...”), um Flugangst und um Bruce Willis, der dafür sorgt, dass seine Freundin plötzlich zur Drogen abhängigen Alkoholikerin wird, weil sie Mario das Vergnügen versaut, bei einem Boxkampf neben dem Actionheld zu sitzen.

Zwischendurch bekommt auch noch Zuschauer Stefan (27) aus Linnich sein Fett weg, der gleich zu Beginn der Show noch einmal zur Toilette muss, und natürlich den ganzen Abend von Barth aufs Korn genommen wird.

„Ich fänd das ja nicht gut”, meinte Lisa Schneider (28) in der Pause, „wenn mein Freund vor so vielen Leuten so über mich reden würde. Aber ein bisschen ist das schon so, wie Mario Barth das erzählt. Auch bei uns.” Und vielleicht macht auch genau das den großen Erfolg des Comedian aus: Er trifft einfach den Nerv seines Publikums.
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