Praktikanten aus Spanien: „In Deutschland wird effizient gearbeitet“

Von: kin
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Fernando Velasco Dominguez hat sein Praktikum in einem Dürener Autohaus sehr genossen. Er kann sich vorstellen, in Deutschland zu bleiben. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Die Autos sind einfach toll“, sagt Fernando Valesco Dominguez (20). „Und mich hat sehr beeindruckt, wie exakt hier in Deutschland gearbeitet wird.“ Ernando Valesco Dominguez ist einer von sieben jungen Männern und Frauen aus dem Spanischen Sevilla, die im Kammerbezirk Aachen ein dreimonatiges Praktikum absolviert haben, um damit ihre Ausbildung zum Mechaniker abzuschließen.

Drei der jungen Leute haben in Düren gearbeitet, in den Autohäusern Ferebauer, und Herten sowie bei der Rurtalbahn. Georg Stoffels, Geschäftsführer für Berufsbildung bei der Handwerkskammer Aachen: „Im Handwerk wird es eng. Wir haben immer größere Schwierigkeiten, alle Lehrstellen zu besetzen. Und in Südeuropa gibt es motivierte junge Leute.“ Aber stimmt das wirklich? Klaus Jeske, Sprecher der Arbeitsagentur Aachen, kennt die Zahlen. Im Kreis Düren gibt es im Bereich KFZ-Mechatroniker noch 31 freie Lehrstellen, bei den Verkäufern sind es 43, bei den Einzelhandelskaufleuten 35 und bei den Frisören 24.

Demgegenüber stehen 27 junge Leute, die gerne KFZ-Mechatroniker werden möchten, 34 potenzielle Verkäufer, 46 mögliche Kaufleute im Einzelhandel und 18 Jugendliche, die eine Ausbildung zum Frisör machen möchten. Klaus Jeske: „Natürlich haben die jungen Leute nicht immer die entsprechenden Noten. Man kann aber nicht sagen, dass es im Ausbildungsbereich schon heute wirkliche Engpässe gibt.“ Man bemühe sich von Seiten der Arbeitsagentur, die jungen Leute durch spezielle Programme besser zu qualifizieren.

Trotzdem kann natürlich auch der Sprecher der Arbeitsagentur den Fachkräftemangel nicht völlig von der Hand weisen. „Der Fachkräftemangel ist da. Das merken wir daran, dass es immer länger dauert, Stellen neu zu besetzen.“ Als besonders betroffene Bereiche nennt Jeske Alten- und Krankenpflege, Ingenieurberufe sowie Berufe im Metall- und Elektrobereich. „Die Situation ist angespannt, aber es gibt noch keinen wirklichen Engpass“, sagt Kaya Erdem, Sprecher der Caritas-Gesellschaft West, die unter anderem die Krankenhäuser in Lendersdorf und Birkesdorf betreibt. „Wir suchen keine Auszubildenden im Ausland.“

Grundsätzlich, so Erdem weiter, würde der drohende Fachkräftemangel auch den Bereich der Ärzte betreffen. „Die Ärzte können sich aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Das war früher anders.“ Derzeit, so Erdem weiter, würden ausländische Mediziner bei der CTW arbeiten. „Das ist aber alles noch absolut im normalen Bereich.“

Wie die Situation aktuell in Deutschland ist, kann Fernando Velaco Dominguez natürlich nicht beurteilen. Er weiß aber sehr genau, wie die Situation in seinem Heimatland aussieht. „Wir wollen alle arbeiten“, sagt der angehende Mechaniker, der zu Hause nur noch seine Abschlussprüfung absolvieren muss. „Aber wir haben in Spanien kaum eine Perspektive. Es gibt zwar Arbeit, aber die wird absolut schlecht bezahlt. Es ist wirklich sehr schlimm.“ Für Fernando Velasco Dominguez ist das Praktikum in Deutschland eine echte Chance. „Wir haben in den drei Monaten hier enorm viel gelernt.“ Die deutschen Kollegen hätten ihn zudem sehr nett aufgenommen. „Wir haben in Spanien als Mechaniker so gut wie keine praktische Ausbildung. Ich habe also hier Dinge gesehen, die ich von zu Hause gar nicht kannte. Es ist unglaublich, wie effizient hier gearbeitet wird.“

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