Düren - Präses Schneider: „Verschwendung muss aufhören”

alemannia logo frei Teaser Freisteller

Präses Schneider: „Verschwendung muss aufhören”

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
schneider_bu
Präses Nikolaus Schneider begeisterte bei einem Diskussionsabend im Haus der Evangelischen Gemeinde in Düren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Das Podium war hochkarätig besetzt: Beim „Theologischen Forum” der Evangelischen Gemeinde zu Düren waren am Mittwoch Abend der Präses der Evangelischen Kirche Nikolaus Schneider und Peter Clever, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zu Gast in Düren.

Sie diskutierten im voll besetzten Haus der Evangelischen Gemeinde zum Thema: „Anders wachsen - Wirtschaften für das Leben”.

Drei Prozent betrug das Wirtschaftswachstum im Jahr 2010, aber hängt davon wirklich auch Wohlstand und Lebensqualität unserer Gesellschaft ab? Oder ist Wachstumsdenken, gerade auch vor dem Hintergrund sehr begrenzter Ressourcen, viel mehr verhängnisvoll?

In zwei kurzen Einstiegsreferaten von Pfarrer Stephan Schmidtlein und Klaus Pentzlin vom Arbeitslosenzentrum Düren wurden mit prägnanten Worten wesentliche Fragen auf den Punkt gebracht: Wie profitieren Arbeitslose vom Wirtschaftswachstum, fragte Klaus Pentzlin und Stephan Schmidtlein zweifelte an, dass Wachstum automatisch Wohlstand schafft.

Viel mehr, so Schmidtlein, seien doch ein Zugang zu guter Bildung und die Fähigkeit, sich selbst durch seinen Lohn zu versorgen, Garanten für Wohlstand. Ähnlich sieht das auch Nikolaus Schneider. „Es muss ein Wirtschaften geben, dass allen dientÓ, so Schneider. Eine andere Welt sei möglich, so der Präses der Evangelischen Kirche, wenn alle mehr Wert auf Nachhaltigkeit und ökologisches Gleichgewicht legen würden. „Die Verschwendung von Ressourcen muss endlich aufhören.”

Peter Clever nannte sich selbst „nicht Vertreter einer hemmungslosen Wachstumsideologie”. „Exzesse der vergangenen Jahre haben fast die gesamte Wirtschaft an den Abgrund geführt. Trotzdem brauchen wir Wirtschaftswachstum.” Deutschland, so Clever weiter, sei mit einem Durchschnittsstundenlohn von 21 Euro immer noch absolutes Hochlohnland.”

Einig waren sich Schneider und Clever, dass die Menschen in Deutschland wohl einen Wohlstandsverlust hinnehmen müssten. Schneider: „Es gibt Entwicklungen, die uns beschämen müssen. Wenn Tafeln für Lebensmittel notwendig sind, reicht die Grundsicherung in Deutschland nicht aus.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert