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„Präsenz zeigen“: Mehr Ordnungskräfte für Düren?

Von: Ingo Latotzki
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Der Adenauer-Park wurde beim Talk im Posthotel als Angstraum definiert, unter anderem. Es geht aber auch um Sauberkeit. Kräfte des Service Betriebes waren gestern in der Anlage unterwegs. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Richard Müllejans spricht Klartext. „Manche Leute brauchen eine klare und deutliche Ansprache. Wenn man Ihnen freundlich kommt, wird man nicht ernst genommen.“ Der Chef des Dürener Service Betriebes berichtet, dass er einmal bei einem Trauergottesdienst in der Annakirche war und draußen auf dem Ahrweilerplatz lautstark Skater fuhren. „Ich bin dann raus und habe ihnen Bescheid gesagt“, sagt Müllejans – in klaren, deutlichen Worten.

Donnerstagabend, im Dürener Post-Hotel. Die CDU hat eingeladen, über das Thema „Sicherheit und Sauberkeit in Düren“ zu sprechen. Etwa 120 Besucher sind da, sitzen in Zehnerreihen an Tischen und hören erst einmal Michael Zimmermann, 53, zu. Der ist Leiter des Düsseldorfer Ordnungsamtes und von der CDU engagiert, weil die Landeshauptstadt einen Ordnungs- und Servicedienst hat, der auf den Straßen nach dem Rechten sieht. Zimmermann soll erklären, wie das in Düsseldorf funktioniert. Womöglich, so denkt es sich die Dürener CDU, kann sich die Stadt Düren etwas abschauen.

Im Groben funktioniert das am Rhein so: 150 Leute sind im Außendienst tätig, besonders geschulte Leute. Sie haben mehr Kompetenzen als etwa ihre Ordnungsamtskollegen in Düren. Die Düsseldorfer dürfen Personalien feststellen, Leute festhalten – und sie können sich wehren. Zwar tragen sie keine Waffen (obwohl sie es dürften), sie führen aber Pfefferspray mit sich. „Wir sind stolz auf unseren Ordnungsdienst“, sagt Michael Zimmermann. Und betont, dass sich seine Leute nicht nur um Sicherheit bemühen. Sie heißen nicht umsonst auch Servicekräfte. „Sie helfen zum Beispiel Touristen, die Infos brauchen“, sagt der Ordnungsamtschef. Wer wolle, könne Sprachunterricht nehmen. In der Geschichte der Stadt seien die Kräfte außerdem geschult.

Damals, als sich die Politik in Düsseldorf entschied, das Ordnungsamt zu verstärken, „hatten die Menschen bei uns teilweise Angst“. Es gab Punker in der Innenstadt, Obdachlose, Drogenabhängige. Dazu sei eine „nachlassende Präsenz der Landespolizei“ zu beobachten gewesen.

„Es geht darum, auf den Straßen Präsenz zu zeigen“, sagt Zimmermann. Ständig. Nur Wunder kann man nicht erwarten. Auch heute gibt es „Menschen im Stadtbild, die keinen strukturierten Tag haben“, sagt Zimmermann. Obdachlose etwa sind gemeint. „Die haben auch ein Recht, draußen zu sein.“ Sie wüssten aber: Es gibt Kontrollen. Viel Kopfnicken im Dürener Post-Hotel.

Als dann in einer Talkrunde neben Michael Zimmermann auch DSB-Chef Richard Müllejans, Citymanager Wilhelm Streb und CDU-Vorsitzender Thomas Floßdorf das Thema mit CDU-Fraktionschef Stefan Weschke, der als Moderator fungiert, diskutieren, hält das Kopfnicken an. Besucher berichten später von Angsträumen wie dem Adenauerpark, von fehlenden Pflanzen in der City und von zunehmendem Geschäftsleerstand. Diese Rahmenbedingungen würden Kriminalität begünstigen, hieß es.

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