Düren - „Powervolleys sind ein Teil der Unterhaltung“

„Powervolleys sind ein Teil der Unterhaltung“

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
16243161.jpg
Wenn Dürens Annahme steht, sollten die Chancen von Diagonalangreifer Marvin Prolingheuer besser stehen, sich gegen den Block des VfB Friedrichshafen durchzusetzen. Foto: Guido Jansen

Düren. Die Tabelle der Volleyball-Bundesliga lügt nicht: Der VfB Friedrichshafen ist das Maß aller Dinge. Beeindruckend, wie das Team vom Bodensee von der Spitze des Klassements auf die Konkurrenz hinabblickt.

15 Spiele hat die Mannschaft von Trainer Vital Heynen in dieser Saison in Deutschlands höchster Liga absolviert, alle hat sie gewonnen. 45 Punkte verbuchen die „Häfler“ auf der Habenseite, nur fünf Sätze haben sie den Kontrahenten überlassen.

Am morgigen Samstag wollen sie in der Arena Kreis Düren den 16. Sieg in dieser nationalen Spielzeit einfahren, überhaupt das 27. Spiel in Folge gewinnen. Und nicht nur wegen ihren nationalen Dominanz – wegen der der abgeschlagene Tabellenzweite Berlin Recycling Volleys angesichts der eher durchwachsenen Saison nach dem 0:3 in Lüneburg den Coach feuerte und Trainerlegende Stelian Moculescu verpflichtete – reisen die Friedrichshafener mit breiter Brust an die Rur: In der Champions-League-Gruppe haben sie auch den ersten Platz mit vier Punkten Vorsprung inne und sicher.

Gastgeber SWD Powervolleys findet sich also in der Rolle des Außenseiters wieder – und auch wohl. Denn angesichts der Überlegenheit der Friedrichshafener und der personellen Probleme in den eigenen Reihen sieht Dürens Coach Stefan Falter die sportliche Auseinandersetzung unter einem anderen Aspekt: „Diese Partie ist für uns kein Pflichttermin gegen den souveränen Tabellenführer der Bundesliga.

Die Zuschauer wissen auch angesichts unserer Probleme in der Annahme über die Kräfteverhältnisse genau Bescheid. Aber auch wir Volleyballer sind ein Teil der Unterhaltungsindustrie. Und deshalb wollen wir unseren Fans eine spektakuläre Unterhaltung bieten.“ Dieses Vorhaben hat natürlich auch zum Ziel, den vierten Platz zu zementieren. Die Nummer fünf des Tableaus, die Hypo Tirol Alen Volleys, hat an diesem Wochenende spielfrei, Lüneburg und die Bisons aus Bühl stehen in Rottenburg und Solingen vor Siegen, würden bis auf einen Punkt an die Powervolleys heranrücken.

Sauss 100 Prozent fit

Die Sorgen des Dürener Trainers wegen der Probleme in der Annahme sind ein klein wenig geringer geworden: „Romans Sauss ist jetzt wieder zu 100 Prozent fit.“ Ärzte, Physiotherapeut und Athletiktrainer haben grünes Licht gegeben, der Spieler selbst fühlt sich gut. Und der Trainer sagt: „Romans kann wieder volles Programm gehen. Sein Kopf ist auch frei. Sauss macht sich absolut keine Gedanken, dass noch etwas passieren könnte. Wir können also wieder auf ihn setzen.“ Allerdings wird der Lette noch nicht zur Startformation gehören. Sauss nimmt auf der „Auswechselbank“ Platz. Aber: „Ich kann ihn bedenkenlos einsetzen, sollten Karli Allik und Julius Firkal mal eine schöpferische Pause gebrauchen.“

Die beiden jungen Annahmespielern werden sich am Samstag einer beeindruckenden Qualität im Aufschlag erwehren müssen. Glänzten die Friedrichshafener unter Stelian Moculescu mit brachialen Aufschlägen, so dominieren die Mannen von Vital Heynen die gegnerische Annahme „mit Aufschlägen, die einem Seziermesser gleichen“, wie es Stefan Falter formuliert. Taktisch und präzise nehmen die Aufschlagspieler des VfB die Annahmen unter Beschuss. „Wir werden einen sehr soliden Damm bauen müssen um standzuhalten“, weiß Falter. Der Mann aus Schmidt weiß aber auch: „Jeder Damm bekommt Lücken.“ Aber dennoch muss er so stabil bleiben, „dass wir Friedrichshafen mit unseren Mitteln jagen können“, setzt Falter darauf, dass Allik und Firkal den Aufschlägen der Gäste meistens standhalten.

Düren will auf jeden Fall versuchen, die Sätze so lange wie möglich ausgeglichen zu gestalten. Denn: In so mancher Endphase eines Abschnittes haben die Gastgeber in dieser Saison bewiesen, dass sie cool bleiben und ihre Chance zum Satzgewinn nutzen können: „Wir werden in solchen Situationen nicht nervös“, sagt Falter. Deshalb dürfe sich der VfB nicht hohe Führungen erspielen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert