Düren - Polizisten auf der Annakirmes: Ein Auge für brenzlige Situationen

Polizisten auf der Annakirmes: Ein Auge für brenzlige Situationen

Von: Sandra Kinkel
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Die beiden Polizeibeamten Dirk
Die beiden Polizeibeamten Dirk Breuer und Sabrina Zilgens haben in dieser Woche auch auf der Annakirmes Streifendienst getan. Einen Nachmittag lang haben sie sich von den „DN” begleiten lassen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Dirk Breuer ist in Düren bekannt. Wenn der Polizeibeamte auf dem Annakirmesplatz Streife geht, wird er alle fünf Minuten angesprochen. „Ich bin halt Dürener”, sagt Dirk Breuer (38). „Und da kennt man sich eben.” Dirk Breuer ist mit Leib und Seele Polizist.

An diesem Nachmittag ist er gemeinsam mit Sabrina Zilgens (31) unterwegs. „Ich mache gerne auf der Kirmes Dienst”, sagt Breuer. „Ich mag einfach die ganz besondere Atmosphäre, die hier herrscht.”

Jeden Tag ab 17 Uhr tun Streifenpolizisten auf dem Dürener Rummel Dienst, neun Beamte sind im Einsatz. Die Dürener Polizei wird dabei abwechselnd von Kollegen der Hundertschaften aus Köln, Aachen und Bonn unterstützt.

„Auf der Annakirmes”, sagt Dirk Breuer, „passiert nicht mehr als freitags abends in der Stadt.” In der Regel, so Breuer, seien Kirmesbesucher doch fröhliche Menschen. „Die sind gerne auf dem Annakirmesplatz, wollen Spaß haben. Das ist schon mal eine gute Voraussetzung.”

Es ist früher Abend, als die „DN” die beiden Polizisten auf ihrem Rundgang über den Rummelplatz begleiten. Der Kirmesplatz an der Aachener Straße ist voll. Sabrina Zilgens, die übrigens in Aachen wohnt, und Dirk Breuer gehen langsam über den Rummelplatz und zwar gegen den Strom. „Das ist für uns sehr anstrengend”, sagt Breuer. „Aber wir haben so natürlich viel mehr Präsenz. Und wir können den Kirmesbesuchern ins Gesicht gucken.” Immer wieder kommen blöde Sprüche von den Kirmesbesuchern, „Ihr geht verkehrt” ist dabei einer der harmloseren Sorte. „Es ist nicht so”, sagt Sabrina Zilgens, „dass automatisch alle Leute Respekt vor der Polizei haben. Da gibt es solche und solche. Aber mit Sprüchen muss man rechnen.”

Bei ihrem Rundgang über den Kirmesplatz achten die beiden Polizisten besonders auf stark alkoholisierte Personen und Streitereien. Polizeisprecherin Melanie Mallmann: „Die häufigsten Delikte, die auf dem Kirmesplatz passieren, sind Körperverletzungsdelikte in Folge von Schlägereien, Taschendiebstähle. Und ein großes Problem sind die vielen falsch abgestellten Autos, die den Verkehr behindern.” Stimmt, allein am Dienstag sind zwischen 14 und 24 Uhr zehn Fahrzeuge abgeschleppt worden.

Melanie Mallmann empfiehlt unbedingt, die Autos ordnungsgemäß zu parken. Und keine Wertsachen im Fahrzeug zu lassen. „Schon die leere Halterung eines Navigationsgerätes reicht manchmal als Grund aus, warum ein Auto aufgebrochen wird.” Und auf dem Kirmesplatz sollten die Besucher ihre Wertsachen möglichst nah am Körper tragen. „Das weiß eigentlich jeder”, sagt Melanie Mallmann. „Und trotzdem passieren noch so viele Taschendiebstähle auf der Annakirmes.”

Nachmittags ist auf dem Rummelplatz alles noch einigermaßen ruhig, die Streitereien entstehen oft erst am späteren Abend, eben dann wenn bei den Delinquenten der Alkoholspiegel entsprechend hoch ist. „Es gibt dann auf dem Kirmesplatz auch neuralgische Punkte, auf die wir besonders aufpassen”, sagt Sabrina Zilgens. Der „Hau den Lukas” sei beispielsweise so ein Punkt, oder auch bestimmte Bierbuden, wo abends spät noch jede Menge los sei.

Die beiden Polizeibeamten drehen immer noch ihre Runden über den Kirmesplatz, ruhig und gelassen, aber trotzdem eine gehörige Portion Autorität ausstrahlend. Den beiden erfahrenen Polizisten entgeht einfach nichts, auch nicht der kleine Pascal aus Eschweiler, der seine Eltern sucht. Breuer und Zilgens bringen den kleinen Jungen sofort zur „Kindersammelstelle” an der Feuerwache. Hier wird der Junge beruhigt und versorgt.

Die beiden Beamten setzen ihre Kirmesrunde fort, diesmal mit verschärftem Blick dafür, ob sie vielleicht Leute entdecken, die ihr Kind suchen. Plötzlich stürmen aufgeregte Eltern auf die Polizisten zu. „Unser Sohn ist weg”, ruft die Mutter. „Suchen Sie Pascal?”, fragt Dirk Breuer. „Der ist gesund und munter an der Feuerwache.” Die Eltern sind überglücklich. Und der kleine Pascal auch.

Dirk Breuer und Sabrina Zilgens setzen ihre Runde fort, bis 2 Uhr geht ihr anstrengender Dienst. Trotzdem hat Dirk Breuer noch Lust, auch privat auf den Kirmesplatz zu gehen. Am liebsten mit seinen beiden kleinen Söhnen, zwei und vier Jahre alt. „Mit denen fahre ich dann zum Beispiel Wildwasserbahn. Ich bin einfach ein großer Kirmesfan.”

Bis Donnerstag Nachmittag hatte die Polizei 35 Einsätze, die mit der Annakirmes zu tun hatten.

Es gab jede Menge Verkehrsbehinderungen durch parkende Fahrzeuge im Umfeld des Annakirmesplatzes, drei randalierende Personen und zwei Verkehrsdelikte mit Alkohol am Steuer. Grundsätzlich, so Polizei-Sprecherin Melanie Mallmann, verlaufe die Kirmes in diesem Jahr sehr friedlich.

Im vergangenen Jahr gab es auf dem Dürener Rummel 20 Anzeigen wegen Diebstahls und 15 wegen Körperverletzung. Die Polizeibeamten mussten fünf Platzverweise für den aktuellen Moment sowie Platzverweise für die komplette Kirmes aussprechen.

Neben den Streifenpolizisten sind täglich auch zwei Beamte der Reiterstaffel Düsseldorf auf dem Kirmesplatz unterwegs.

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