Vossenack - Polizeikonzept gegen Rasen und Lärm: Maschinen werden gezielt untersucht

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Polizeikonzept gegen Rasen und Lärm: Maschinen werden gezielt untersucht

Von: Carsten Rose
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Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer ist zufrieden mit dem Polizeikonzept,... Foto: cro
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...vor allem, weil die Panoramastraße in der Eifel nicht für Motorräder gesperrt wird. Foto: P. St

Vossenack. Die Anwohner sprechen von einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Motorradfahrern und Polizei, die Polizei und allen voran Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) nennen es eine Thematik, in der „alle guten Argumente bei den schwarzen Schafen“ zu nichts führen würden. Es geht um das Raser-Problem in der Eifel, speziell auf der Panoramastraße.

Am Montag hat die Polizei ihr Kontrollkonzept für die Saison vorgestellt. Mehr im Fokus als zuvor: die Untersuchung der Maschinen.

„Wenn wir Fahrer kontrollieren, werden wir auch jedes Krad untersuchen lassen“, betont Wolfgang Heimbach, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde. Experten von TÜV und Straßenverkehrsamt werden die Polizei unterstützen. Das ist ein Ergebnis des Runden Tisches, der sich mit einer möglichen Sperrung der L218 für Motorradfahrer auseinandergesetzt hatte. Die Polizei will versuchen, den bei gutem Wetter für leidgeplagte Anwohner quasi omnipräsenten Lärm zu reduzieren, indem sie Krads mit manipulierten und daher zu lauten Auspuffanlagen identifiziert. Und die Maßnahme soll sich freilich auch herumsprechen.

Geschwindigkeitskontrollen werden wie gewohnt besonders am Wochenende von Sonnenaufgang bis -untergang über den Tag verteilt durchgeführt, erklärte Heimbach. Er unterstrich, dass die Panoramastraße bei den Beschwerdestellen der Polizei 2017 und bislang auch 2018 am häufigsten genannt wurde. Weiter würde die Polizei im Internet nach einschlägigen Videos suchen, um Ermittlungen gegen potenzielle Raser(gruppen) aufzunehmen.

Geldstrafen anpassen

Landrat Spelthahn als Chef der Kreispolizeibehörde betonte am Montag, dass „alle erdenklichen Mittel nun durchdekliniert sind“, um die Raserproblematik einzudämmen. Schließlich sei es nicht möglich, rund um die Uhr Polizisten an der Panoramastraße zu positionieren; auch dagegen, dass die Biker über das Internet Infos über Schwerpunktkontrollen weitergeben, sind die Beamten praktisch machtlos. Spelthahn blickte daher auch in die Zukunft: Ginge es nach ihm, müssten zwei Hebel umgelegt werden. Zum einen würde die Halterhaftung die Polizeiarbeit „erheblich erleichtern“, denn Raser müssten nicht mehr vor Ort überführt werden, wenn das Kennzeichen bekannt ist. Zum anderen müsse man darüber nachdenken, den Geldstrafenkatalog an Länder wie die Niederlande anzupassen, wo die Bußgelder viel höher ausfallen.

Am gestrigen Pressetermin am Anfang der Panoramastraße in Vossenack nahm auch Michael Lenzen teil. Er ist der Vorsitzende des Bundesverbandes für Motorradfahrer und begrüßt das vorgestellte Konzept des Kreises Düren und die Tatsache, dass die Strecke nicht teilgesperrt worden ist. „165 Straßen sind schon für Motorradfahrer in Deutschland gesperrt. So oft können wir gar nicht klagen“, erläuterte Lenzen. Die Forderung nach der Halterhaftung sei richtig, sagte er. Bezugnehmend auf den Motorradlärm betonte Lenzen, dass es „nur ein deutsches Problem“ sei, anderswo gebe es leider keine Debatte darüber, die Regelungen würden zudem auf europäischer Ebene getroffen. „Leider Gottes sind viele Motorräder legal viel lauter geworden“, sagt Lenzen. „Und daher fordern wir als Bundesverband, dass die Dezibelmessungen anders geregelt werden.“ Es gebe legale Mechanismen, die die Messwerte der Lautstärke bei Prüfungen besser dastehen lassen, Motorräder können in der Praxis jedoch viel lauter aufheulen.

 

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