Düren - Polizei verstärkt angesichts der Wettervorhersagen ihre Kräfte

Polizei verstärkt angesichts der Wettervorhersagen ihre Kräfte

Von: Andreas Bongartz
Letzte Aktualisierung:
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Für Kinder ist die weiße Pracht weiter eine tolle Sache, vor allem, wenn sie Schlitten fahren können. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Purpurrot ist seine Nase, da mag man Klaus Langen gar nicht so recht glauben, wenn er sagt, dass ihm nicht kalt sei. Doch der 41-jährige Inhaber eines Obst- und Gemüsehofs sollte wohl abgehärtet sein, immerhin ist er als Markthändler extreme Temperaturen in den Wintermonaten gewohnt.

In Düren baut er seinen Stand regelmäßig in den frühen Morgenstunden auf. „Klar ist mir der Frühling lieber, aber man kann die Temperaturen jetzt auch gut ertragen. Wir haben hier jede Menge Bewegung, so bleibt uns schon warm”, sagt Langen und fügt noch hinzu: „Glatteis, minus 15 Grad - wir waren noch bei jedem Schneesturm hier und haben nie einen Markt ausgelassen.”

Nicht jeder Händler scheint das genauso zu sehen, dieser Tage ist das Marktgeschehen schon etwas überschaubarer als sonst. Karl-Heinz Adels, Leiter des Dürener Ordnungsamtes, kennt das Problem: „Bei extremen Wetterverhältnissen bleiben die Besucherströme aus, das hält schon mal den einen oder anderen Beschicker ab, nach Düren zu kommen.”

Manch einen haut Schnee und Dauerfrost wortwörtlich aus den Latschen: In den Dürener Krankenhäusern sind Glatteis bedingte Stürze und Brüche derzeit an der Tagesordnung.

„Es fing bereits in der Silvesternacht an, da hatten wir mehr als zehn Frakturen”, sagt etwa Dr. Gereon Blum, stellvertretender Geschäftsführer beim Dürener Krankenhaus.

Pro Tag würden in seiner Einrichtung sieben bis acht Brüche behandelt, kleinere Prellungen noch nicht mitgerechnet. „Alleine am Montag haben wir bis tief in die Nacht operiert”, so Blum.

Übrigens rechnet man an den Krankenhäusern in den kommenden Wochen wieder mit einer Zunahme witterungsbedingter Erkältungskrankheiten, Stichwort Schweinegrippe. Während also Fußgänger auf vereisten Straßen schon mal häufiger verunglücken, ist die generelle Verkehrssituation im Kreis Düren laut Polizeipressesprecher Ralf Meurer, erfreulich ruhig geblieben, es gebe keine „nennenswerte Zahl” von schnee- und eisbedingten Unfällen. „Wir müssen die Dürener Autofahrer sehr loben, sie haben sich sehr gut auf die veränderten Witterungsverhältnisse eingestellt”, so Meurer.

Eisige Kälte hat die Region also fest im Griff, wohl dem, der zuhause im Warmen sitzen kann. Einige Menschen haben dieses Glück jedoch nicht, Obdachlose müssen aber nicht Gefahr laufen zu erfrieren. Die Stadt Düren ist gesetzlich verpflichtet dafür zu sorgen, dass für Menschen ohne festen Wohnsitz keine Gefahr besteht. In drei Obdachhäusern sind an die 25 Menschen untergebracht, weitere sechs in einer Gemeinschaftsunterkunft. Andere Möglichkeiten hält man offen.

Die Notübernachtung von In Via ist derzeit mit 22 Leuten vollständig ausgebucht. Was aber, wenn ein Obdachloser eine Unterkunft nicht in Anspruch nehmen möchte? „Dann hat er die Konsequenzen selbst zu verantworten”, sagt Ordnungsamtsleiter Adels, zwingen könne man schließlich niemanden.

Konsequenzen hat man auch bei der Dürener Polizei gezogen: Angesichts von Tief „Daisy” hat man für das Wochenende die Personalstärke deutlich erhöht, um die Menschen auch bei erheblichen Schneefall nicht im Stich zu lassen, wie Ralf Meurer betont. Marktbeschicker Klaus Langen sieht die Wettervorhersage jedoch gelassen, er wird am Samstag auf jeden Fall wieder mit seinem Stand auf dem Markt sein, Schneesturm hin oder her.
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