Düren - Politik will das Hoesch-Museum schonen

alemannia logo frei Teaser Freisteller

Politik will das Hoesch-Museum schonen

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
4779025.jpg
Der Erweiterungsbau des Hoesch-Museums: Der Stadtrat hat vor Jahren beschlossen, dass das Projekt auch aus Kunstverkäufen des Museums finanziert wird. Nun soll nach Alternativen gesucht werden. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Mit dem Haushalt einer Stadt kann es schon mal sein wie im normalen Leben: man weiß nicht immer, was kommt. So wurde vergangene Woche offenbar, dass die Stadt Düren angesichts einer geplanten Erhöhung der Kreisumlage sieben Millionen Euro mehr zahlen muss (wir berichteten) – sieben Millionen Euro, die nicht in den Haushalt 2013/2014 eingerechnet sind, weil die Stadt davon ausging, dass die Kreisumlage nicht erhöht wird, wie Kämmerer Sievers den „DN“ sagte.

Wie die Stadt hat auch der Kreis einen so genannten Doppelhaushalt, der für zwei Jahre gilt. Darin seien keine Einnahmeerhöhungen durch die Kreisumlage vorgesehen gewesen, so Sievers. Deshalb habe die Stadt auch in ihrem Haushalt keine entsprechenden Mehrausgaben kalkuliert.

Womöglich kann die millionenschwere Mehrausgabe aber zu einem guten Stück oder gar ganz kompensiert werden, sagte CDU-Fraktionschef Stefan Weschke den „DN“. Die Stadt Düren verbuche aus dem vergangenen Jahr „erheblich mehr an Einnahmen aus Steuergeldern, vor allem Gewerbesteuer“. Zwar nannte Weschke keine konkreten Zahlen, sprach aber von einer „sehr positiven Entwicklung“. Außerdem sei es gelungen, dass die Stadt 2012 keine neuen Schulden hätte aufnehmen müssen. Auch das trage zu einer „weiter positiven Entwicklung der Finanzen bei“, so Weschke. Bis 2014 will die Stadt bekanntlich einen ausgeglichenen Haushalt darstellen.

Gegen die möglichen sieben Millionen Euro Mehrbelastung durch die Erhöhung der Umlage an den Kreis nehmen sich die 400.000 Euro, die laut eines Ratsbeschlusses das Dürener Hoesch-Museum zur Finanzierung seines Erweiterungsbaues aufbringen muss, vergleichsweise gering aus.

Zur Erinnerung: Der Neubau kostete rund sieben Millionen Euro, die hauptsächlich durch Landeszuschüsse und Stiftungsgelder aufgebracht wurden. Rund eine Million Euro musste die Stadt aber selbst schultern. Diese Summe sollte auch durch Verkauf von städtischem Vermögen aufgebracht werden. Rund 600.000 Euro sind gesichert – durch Grundstücksveräußerung und eine Erbschaft. Bleiben 400.000, die das Museum selbst finanzieren sollte, etwa durch den Verkauf von Bildern. „Das war erklärte Absicht“, sagte CDU-Fraktionschef Weschke.

Nun könnte es anders kommen. Trotz des damaligen Ratsbeschlusses scheint es eine politische Kehrtwende zu geben. „Wir wollen versuchen, diese 400.000 anders darzustellen“, sagte nicht nur Stefan Weschke, sondern auch SPD-Fraktionsvorsitzender Henner Schmidt. Woher das Gerld kommen soll, ließen beide offen. Die Verwaltung solle darstellen, wie die Summe durch Umschichtungen im Haushalt aufgebracht werden kann.

Zur Begründung sagten beide unabhängig voneinander, dass für ein Museum in der Fachwelt ein Imageschaden entstehen könnte, wenn sich herumspräche, dass Kunstwerke aus dem Bestand veräußert werden. Letztlich entscheiden wird der Stadtrat, der seinen gefassten Beschluss zurücknehmen müsste. Nur wenn es gar nicht anders ginge, so Henner Schmidt, wäre die SPD dafür, Kunstwerke aus dem Museum zu verkaufen. Insider berichten, dass das Haus über gut gesicherte Kunstschätze in satter Millionenhöhe verfüge.

Vieles davon stammt aus Schenkungen oder Stiftungen. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt forderte das Museum aber auf, mehr Ausstellungen zu organisieren, die „wirklich gut besucht sind, um mehr Einnahmen zu erzielen“. Die Besucherzahlen bisher seien „nicht überwältigend“. Angemerkt

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert