Düren - Poetry Slam: Aberwitzige Reime und eine Menge Humor

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Poetry Slam: Aberwitzige Reime und eine Menge Humor

Von: Andreas Bongartz
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Böse, böse, böse in gleißendem lila Licht: Kathi Mock brachte mit ihren Texten beim „Poetry Slam“ in der „Endart-Fabrik“ mitunter Abgründiges zum Vorschein. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Necip Tokoglu hat nun wahrlich kein Glück, was die Ankündigung der Teilnehmer seiner „Poetry Slams“ in der Dürener „Endart-Fabrik“ anbelangt: Nachdem beim zurückliegenden Slam in der Kulturfabrik Ende des vergangenen Jahres bereits die versprochenen Stars Renato Kaiser und Tobias Kunze wegen Krankheit kurzfristig passen mussten, traf es nun Pierre Jarawan.

Dieser sollte als deutscher „Poetry Slam“-Meister das Highlight der Veranstaltung sein, bloß: Aus seinem Auftritt in Düren wurde es nichts. Weil der Kölner Flughafen bestreikt wurde konnte der Münchner nicht anreisen.

Ärger schnell verwunden

Entsprechend angefressen war Slam-Moderator Tokoglu: „Das nächste Mal werden wir die Teilnehmer nicht mehr vorher ankündigen“, meinte er. Dabei musste sich der Veteran der Dichterwettkämpfe nicht lange grämen, denn der erste Dürener „Poetry Slam“ im neuen Jahr dürfte – abgesehen von der Absage Jarawans – zur vollsten Zufriedenheit Tokoglus verlaufen sein. So drängten sich die Besucher dicht an dicht im kleinen Endart-Café.

Rund 100 Zuschauer sollen laut Kulturfabrik-Vorstandsmitglied Dirk Boltersdorf den Weg zur Veldener Straße gefunden haben – eine Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Dürener „Poetry Slams“.

„Der Trend ist positiv, es kommen so viele neue Zuschauer dazu“, freute sich denn auch Necip Tokoglu. „Es sieht so aus, als ob wir uns in Düren etabliert haben.“ Zu verdanken ist das in erster Hinsicht natürlich den Slam-Teilnehmern, die auch im neuen Jahr wieder wortgewaltige Vorstellungen lieferten und den Ausfall des deutschen Slam-Meisters schnell vergessen machen konnten. An erster Stelle war da der Erfurter Andreas in der Au, Künstlername Aida, zu nennen, der in der „Endart“ seine ganze Erfahrung im Umgang mit dem gesprochenen Wort und der Unterhaltung auf Bühnen ausspielte.

Aberwitzige Reime

Gut 150 Auftritte hat Aida pro Jahr und das merkten die Besucher des „Poetry Slams“ auch schnell. Frei rezitierte Aida seine aberwitzigen Reime, garnierte sie zwischendurch mit Gesangs- und Balletteinlagen und glänzte mit viel Humor und Selbstironie. Da war es nur logisch, dass der Erfurter am Ende des Abends die Kulturfabrik als Sieger verlassen sollte.

Aber auch die restlichen Teilnehmer wussten mit ihren Textwerken zu beeindrucken. Kathi Mock aus Tübingen etwa mit böser Lyrik über das Ausdehnen ihrer Kunstfertigkeiten als Schlachterin auf andere Spezies oder der Aachener Thomas Zajewski mit seiner Reflektion über Männlichkeit und der finalen Aufforderung: „Es ist nun unsere Zeit männlich zu sein, auch die Mädchen!“

Mit Lokalbonus

Ebenfalls aus Aachen nach Düren gekommen: Julius Schneege und Nika Goldring. Wobei Letztere mit dem Lokalbonus ihrer Dürener Herkunft an den Start ging und das Halbfinale erreichte. Spontan entschieden sich auch Katja Jaronski und Markus Rövenich aus Düren zur Teilnahme am „Poetry Slam“.

Im Gegensatz zu Goldring schafften sie es jedoch nicht bis ins Halbfinale des Slams. Für die Gymnasiastin Jaronski war es nicht die erste Teilnahme an einem Poetry Slam. Zudem hatte sie nachmittags noch an einem Workshop zu kreativem Schreiben am Dürener Burgau Gymnasium mit Necip Tokoglu teilgenommen. „Aus völlig ahnungslosen Schülern habe ich innerhalb einer Stunde erstklassige Schriftsteller gemacht“, so Tokoglu rückblickend vollmundig. Wenn eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden wird, soll der Workshop wiederholt werden.

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