„Planet Jazz in Concert”: Leckerbissen für die Fans von Charles Mingus

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Düren. Er war einer der bedeutendsten Komponisten des modernen Jazz. Zudem „einer der wichtigsten Bassisten seiner Zeit”, sagt Henner Schmidt, Mit-Initiator des Konzertforums „Planet Jazz”.

Die Rede ist vom US-Amerikaner Charles Mingus, Mittelpunkt eines ganzen Konzertes der acht-köpfigen Gruppe „Charles Mingus Celebration Band” am Freitagabend im Foyer des Haus der Stadt.

Stühle um kleine, runde Tische gruppiert, eingetaucht in ein dunkelrotes Farbenmeer, empfingen das „kleine aber feine” Dürener Publikum „in der gewohnten Jazzkneipen ähnlichen Atmosphäre”, wie Schmidt erklärt. Neben die visuell perfekt eingefangen Stimmung gesellten sich acht überwiegend junge Musiker aus dem Raum Köln.

Komplexe Reise

Eine Band „die ein richtiges Mingus-Feuerwerk abbrennt”, so Oliver Mark vorab von Planet Jazz. Mit Trompete, Posaune, Alt-, Tenor-, Basssaxophon, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug gewappnet, begann eine irrsinnige, verrückte und komplexe Reise durch die Welt von Charles Minugs. Komplexität daher, weil ein leicht swingender Schlagzeugrhythmus sich laufend veränderte innerhalb eines Stückes. Und mit Wechsel ist in dem Sinne eine 180 Grad Wende innerhalb des taktgebenden In- strumentes gemeint, die das Stück in seinem Fundament scheinbar komplett veränderte, jedoch passend wirkte.

Fernab aller Verwirrungen besinnt sich Mingus Musik auf die Wurzeln des Jazz, dem Gospel. Immer wieder tauchten markante Phrasen auf, die diesen Ursprung verdeutlichten. Zu Beginn eines jeden Stückes spielten die Musiker zusammen das Original, doch lösten sich nach ein paar Takten von diesem, um in oftmals minutenlangen Soli alle vorgeschrieben Grenzen zu verlassen und sich selbst in der blanken Virtuosität des Jazz wiederzufinden. Als Freiheit könnte man dieses Spiel beschreiben, was sich auf das Publikum auswirkte. Denn die reale Enge des Foyers, durch Wände beschränkt, schienen die Musiker mit perfekte intonierten, wirren Läufen gerade zu zu sprengen. Auch das regelmäßige Schlagen des Drumers wirkte wie eine Uhr von der sich die Solisten entfernten. Zeit und Raum fielen regelrecht weg.

Geweckt wurden die Leute dann immer wieder von präzisen, fetzigen unisono Einsätzen der Bläser.

„Nischenkultur”

Die Musik, die an diesem Abend auf extrem hohen Niveau geboten wurde, beschreibt Schmidt als „Nischenkultur in Düren.” Für Oliver Mark stellt gerade das die Herausforderung an Planet Jazz dar: Förderung der Musikrichtung in Düren. Auch wenn es keine lebendige Jazzszene gebe, so Schmidt, sei er dennoch von einem guten Publikum überzeugt. Der Konzertabend zeigte in seiner Gesamtheit, weshalb die Besucherzahl von Abend zu Abend zunimmt und begründete auch die im Sommer beginnende dritte Spielzeit des Forums.
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