Düren - Pläne für neues Papiermuseum begrüßt

Whatsapp Freisteller

Pläne für neues Papiermuseum begrüßt

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
7380857.jpg
So soll das neue Papiermuseum aussehen. Die Perspektive ist etwas verzerrt, die Spitze des Museums würde die nebenstehende Bebauung nicht überragen, sondern etwa auf gleicher Höhe sein.

Düren. Die Pläne für ein neues Papiermuseum in Düren sind im Kulturausschuss wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. Der Kölner Architekt Klaus Hollenbeck ist mit einen Entwurf beauftragt worden und hat vor Politikern und einigen Zuhörern erläutert, wie das seit 1990 bestehende Papiermuseum um- und ausgebaut werden kann.

Das Projekt ist mit 3,3, Millionen Euro veranschlagt. Wie eine Finanzierung aussehen könnte, erklärte der Geschäftsführer der Papierfabrik Kanzan, Matthias Simon.

Ein Teil des Museums soll erweitert werden. Die komplette Fassade würde ein neues Bild erhalten. Auch im Innern des Hauses würde sich einiges verändern. Räumlich, aber auch inhaltlich. Neben einem wie bisher schon vorhandenen historischen Bereich sollen auch neue Entwicklungen, teils digital aufbereitet, gezeigt werden. Das ganze behindertengerecht, aber nicht nur barrierefrei, sondern auch mit einer besonderen Aufmerksamkeit für Blinde und Sehbehinderte.

Düren steht nicht nur seit vier Jahrhunderten für Papierindustrie, sondern gilt aufgrund seiner verschiedenen Einrichtungen auch als Stadt der Blinden. Konkrete Pläne zum Innenleben und zur Konzeption des Museum sollen noch vorgestellt werden.

Das Gebäude selbst soll durch sein Aussehen aufgewertet werden und aus „dem Schatten des Leopold Hoesch-Museums heraustreten“, wie Architekt Hollenbeck sagte. Das äußere Erscheinungsbild werde zu einer Skulptur geformt. Das Museum bekomme eine „ihm angemessene Leichtigkeit“, die über eine Fuge auf dem Boden deutlich gemacht werden soll. Auf und in der Fassade werden drei Urformen des Papiers verarbeitet: Wasserzeichen, Faltung, Prägung. Womöglich gibt es aufgrund der geplanten Gestaltung einen öffentlichen Zuschuss, hieß es im Vorfeld der Kulturausschusssitzung.

Die Stadt Düren wird sich nach jetzigem Stand der Dinge mit 300.000 Euro am Umbau beteiligen. Aus Mitteln der NRW-Stiftung und des Landschaftsverbandes Rheinland kommen zudem 480.000 Euro. 1,5 Millionen werden aus privaten Mitteln bereit gestellt. Die Dürener Industrie engagiert sich ebenso wie eine weitere Stiftung. Gut eine Million Euro ist freilich noch offen. Aus dem Museumsumfeld heißt es, dass auch diese Summe zu stemmen sei.

Kanzan-Geschäftsführer Matthias Simon betonte, dass die 3,3 Millionen Euro Gesamtsumme „nicht wirklich präzise“ sei. Die Planungen befänden sich in einem sehr frühen Stadium, die Summe könne größer, aber auch kleiner werden. Zwei Drittel soll für den Bau aufgewendet werden, das restliche Drittel für das Innenleben des Museums.

Der Entwurf des Kölner Architekten soll nun, auch unter Einbeziehung der Bürger, diskutiert werden. Bürgermeister Paul Larue betonte, dass die jetzt vorliegenden Pläne mit Mitteln der Stadt Düren nicht zu stemmen gewesen wären. Ohne das Engagement der Industrie „wären wir nicht so weit wie wir heute sind“.

SPD-Politiker Dietmar Bongartz appellierte, „die Menschen in dem Prozess mitzunehmen“ und ihnen nicht fertige Entwürfe vorzulegen, sie „sie nur noch schlucken können“. Baudezernent Paul Zündorf sicherte eine Bürgerbeteiligung zu, wie sie auch im Masterplan-Prozess der Stadt Düren über fünf Innenstadtforen angeboten worden sei. Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann sagte, sie wünsche sich nun „eine offene Diskussion“.

Bis zum Herbst soll die Finanzierung klar sein. Im Oktober wird der neue Stadtrat eine Grundsatzentscheidung fällen. Bei einem positiven Beschluss wird das Papiermuseum dann für die rund anderthalbjährige Bauphase geschlossen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert