Pläne für das Pflegehotel geplatzt: Wohnraum muss trotzdem her

Von: Burkhard Giesen
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Caritas-Geschäftsführer Dirk Hucko kann sich am Standort der alten Nideggener Jugendherberge Projekte wie Betreutes Wohnen vorstellen. Foto: Archiv/bel

Nideggen. Der Plan war ehrgeizig. Gemeinsam mit dem Caritasverband wollte der Kreuzauer Projektentwickler Volker Hübler auf dem Gelände der alten Nideggener Jugendherberge in der Rather Straße ein Pflegehotel mit Wohnpark bauen. Kernidee war es, für pflegebedürftige Menschen ein Urlaubsangebot zu schaffen.

Hübler: „Für Nideggen wäre das ein zusätzlicher attraktiver Baustein zur Abrundung des Angebotes mit Jugendherberge, Ausbildungszentrum und Nationalpark.“ Das war im November 2012. Die alte Jugendherberge liegt immer noch brach, von dem Pflegehotel hört man nicht mehr viel. Realistischer ist hingegen, dass ein zweiter Teil der damaligen Planung Gestalt annehmen könnte. So war vorgesehen, dass neben dem Pflegehotel der Partner Caritas eine ambulante Pflegestation vor Ort betreiben und die Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege sicherstellen sollte. „Das Pflegehotel ist vom Tisch. Am Standort Nideggen ist es leider nicht erfolgversprechend umzusetzen“, erklärt Caritas-Geschäftsführer Dirk Hucko, der an dem Standort allerdings weiter festhält: „Ich kann mir da Betreutes Wohnen vorstellen, vielleicht auch in Verbindung mit weiteren Angeboten wie einem Sanitätshaus oder einem niedergelassenen Arzt.“ Klar ist aber auch: „Unser Part wäre die Betreuung, Wir werden nicht in Immobilien investieren“, so Hucko.

Eigner des alten Jugendherbergsgeländes ist die GIS, die Gesellschaft für Infrastrukturvermögen des Kreises Düren. Der Kreis hatte das Gelände erworben, damit im Gegenzug die Jugendherberge am neuen Standort erbaut werden konnte. Jetzt kommt offenbar wieder Bewegung in die Diskussion, wie das Gelände genutzt werden kann. Die Stadt Nideggen hat gemeinsam mit der Caritas alle älteren Bürger angeschrieben und einen Fragebogen zum Thema „Betreutes Wohnen in Nideggen“ verschickt. Erfragt werden sollen grundsätzliche Daten, aber auch die Wünsche, wie die Bürger im Alter leben möchten, wie sie versorgt werden sollen, ob sie eher auf ambulante oder stationäre Pflege setzen, welche Angebote sie beim betreuten Wohnen nutzen würden.

Kritik an der Aktion kommt jetzt von den Betreibern der privaten Seniorenheime. Die hatten sich bereits im Jahr 2011 zu einer gemeinsamen Initiative zusammengeschlossen mit dem Ziel, „für die ältere Bevölkerung aktiv zu werden und Wünsche, Vorstellungen und auch Beschwerlichkeiten zu eruieren und Lösungsvorschläge bei der Stadt Nideggen einzubringen“, wie es Christoph Schuch formuliert. Bei einem damaligen Gespräch mit Bürgermeisterin Margit Göckemeyer, so Schuch weiter, habe sie die Initiative begrüßt, aber auf ihre Neutralität verwiesen und erklärt, dass keine direkte Unterstützung der Stadt zu erwarten wäre. Schuch: „Vor diesem Hintergrund verwundert es uns sehr, dass sich die Stadt Nideggen jetzt an dieser Aktion mit der Caritas beteiligt.“

Schuch spricht von einer „gezielten Werbung für die Caritas“, wenn die Stadt Fragebögen unter dem Briefkopf der Stadt und mit dem Logo der Caritas verschicken würde. Zumal die Fragebögen auch an die Bewohner der privaten Seniorenheime versendet wurden.

„Dafür habe ich mich bereits entschuldigt“, reagiert Bürgermeisterin Göckemeyer, die die Aktion aber grundsätzlich verteidigt. „Die GIS hat uns angeboten, ähnlich wie bereits in Niederzier und Hürtgenwald geschehen, diese Bedarfsanalyse zu finanzieren. Die Stadt Nideggen hätte dafür kein Geld. Die Erkenntnisse, was künftig an weiterem Wohnraum auch mit Blick auf den demographischen Wandel in Nideggen notwendig ist, sind für uns aber wichtig.“

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