Kreuzau - Pikante Details: Neues Werk des Heimat- und Geschichtsverein Drove

Pikante Details: Neues Werk des Heimat- und Geschichtsverein Drove

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
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Stellten das neue Buch des Geschichtsvereins vor: Dr. Reiner Nolden, Karl Josef Nolden und Klaus Schnitzler (v.l.) Foto: Sandra Kinkel

Kreuzau. Der Heimat- und Geschichtsverein Drove hat seine siebte Veröffentlichung herausgebracht. Entstanden ist ein mehr als 160 Seiten starkes Werk, das sich mit der „Geschichte der Drover Pfarrer vom 14. Jahrhundert bis zum Jahre 2000” sowie dem „bewegenden Schicksal des Drover Ernst Kaufmann” beschäftigt.

Am vergangenen Wochenende haben Dr. Reiner Nolden, Karl-Josef Nolden und Klaus Schnitzler in Drove ihr Werk der Öffentlichkeit präsentiert.

Von 1923 bis 1945 hatte der Kreuzauer Ortsteil Drove einen historisch sehr interessierten Pfarrer: Johannes Kreitz, der häufig in den Stadtarchiven Aachens und Dürens, in den Bistumsarchiven von Köln und Aachen sowie im damals noch existierenden Drover Pfarrarchiv zu finden war, um die Geschichte seiner Vorgänger und die Geschichte von Drove aufzuarbeiten.

Die Ergebnisse seiner Recherchen hat der Geistliche damals regelmäßig in der Kirchenzeitung veröffentlicht. Diese Berichte haben Dr. Reiner Nolden, Karl-Josef Nolden und Klaus Schnitzler jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dr. Reiner Nolden: „Das Drover Pfarrarchiv, das auch viel Wissenswertes über die Geschichte von Drove erzählte, gibt es seit dem Krieg nicht mehr. Es ist verschwunden. Was Pfarrer Kreitz uns mitteilt, ist sonst nirgendwo mehr überliefert.”

Dabei hat Pfarrer Kreitz seine Aufzeichnungen ein wenig „geschönt”, zumindest hat er pikante Details, die nicht in sein Weltbild passten, einfach ausgelassen. So gab es in Drove mehrere Pfarrer, die mit einer Magd zusammenlebten und Väter diverser Kinder waren. Ein Pastor ist sogar auf seinem Sterbebett noch mit der Mutter seiner Kinder verheiratet worden.

Mühsam abgeschrieben

Klar, dass die Herren vom Drover Geschichtsverein diese Details in ihrem Buch ergänzt haben. Karl-Josef Nolden: „Die Aufzeichnungen von Pfarrer Kreitz waren in der alten Frakturschrift geschrieben, die natürlich kein Scanner lesen kann. Klaus Schnitzler hat Wort für Wort mühsam abgeschrieben.”

Das war für den zweiten Teil der jüngsten Veröffentlichung nicht nötig, hier galt es „nur” die Aufzeichnungen von Ernst Kaufmann aus dem Amerikanischen zu übersetzen. Ernst Kaufmann ist in Drove geboren und aufgewachsen. Er hat den Holocaust überlebt und wohnt heute als 90-Jähriger in den USA. Er hat seine bewegenden Erfahrungen und Erlebnisse in seiner Jugend aufgeschrieben und seine Aufzeichnung nun dem Heimat- und Geschichtsverein Drove zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Natürlich kommen in Kaufmanns Erlebnisse auch andere Juden aus Drove vor, zum Beispiel Hermann Hirschberg, Helga Leiser oder Ernst Kaufmanns Schwester Lotte. Ernst Kaufmann war zuletzt 2009 mit seinen Kindern, Nichten und Neffen zu Gast in Drove.
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