Heimbach - Picknickkonzert muss in den Kurpark umziehen

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Picknickkonzert muss in den Kurpark umziehen

Von: Julian Loevenich
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Es regnet ohne Ende beim Pickn
Es regnet ohne Ende beim Picknickkonzert in Heimbach. Als es dann noch donnerte, konnte von Musikgenuss keine Rede mehr sein. Die Picknick-Gesellschaft zog deshalb kurzerhand um. Foto: julian Loevenich

Heimbach. Es ist ein landesweit verbreitetes Phänomen in England: Ascot, Wimbledon, Hyde Park sind nur drei der Stätten, die der Sommer zusammen mit Sport- oder Musikveranstaltungen in ein Meer aus Picknickkörben, Stühlen, Tischchen und Fahnen verwandelt.

Diese jahrhundertealte Tradition ist ein Publikumsmagnet - und war Samstag zum dritten Mal auch kostenlos in Heimbach zu erleben. Imposant, herrschaftlich thront die Burg Hengebach auf den Felsen. Unten im Kurpark laufen die letzten Vorbereitungen. Tische werden aufgeklappt, mit Tischdecken fein dekoriert, durch Kerzen verziert und mit Wein sowie kleinen Köstlichkeiten geschmückt. Stühle werden gerückt - bis sie optimal zur Bühne stehen.

Das Studentenorchester der RWTH Aachen „Achso!” beginnt zu spielen. Fünf Minuten. Zehn Minuten präsentieren sie Leckerbissen der Wiener Kaffeehausmusik und der gehobenen Unterhaltungsmusik vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Dann setzt Regen ein.

Immer stärker. Schirme werden aufgespannt, Capes übergezogen. Während die Rur immer tosender, schneller am Kurpark vorbei rauscht und Regen eimerweise lautstark hinunter prasselt, wirkt das Spiel der zehn Musiker unter der Leitung von Friederike Pflaum und Andreas Minwegen geradezu ironisch mit seiner Fröhlichkeit und Lockerheit.

„Ungarisch” von Jo Künmann verzaubert mit seinem slawischen Einschlag. Es ist aber auch die feine, exakte und saubere Spielweise der Musiker, die trotz ihrer zahlenmäßigen Schwäche ein unglaublich voluminöses Klangbild schaffen. Silvia Garth singt die Arie des Cherubino aus der „Hochzeit des Figaro” von Wolfgang Amadeus Mozart. Das gelungene Zusammenspiel mit den Instrumenten lässt zumindest kurzzeitig das bevorstehende Unwetter vergessen.

In der kleinen Musikgruppe passt das klangliche Gleichgewicht zwischen den tiefen und hohen Stimmen. Erst mit dem einsetzenden Donner entsteht ein unüberhörbares Übergewicht und ein unwillkommener Gast kündigt sich an. Es gießt in Strömen.

Ulrike Schwieren-Höger vom ausrichtenden Verein „Die jungen Alten Heimbach” fasst 40 Minuten nach Beginn den einzig richtigen Entschluss: Die Veranstaltung wird abgebrochen.

Doch dann kommt die Idee. Kurzerhand wird das komplette Picknickkonzert spontan in die Hausener Burg verlegt. „Das ist jetzt eine ganz andere Atmosphäre”, sagt Ulrike Schwieren-Höger. Doch den gut 80 Damen und Herren im Saal in Hausen gefällt es. Die Heimbacher Ballettschule Silvia Jaud kann ihre Showeinlage präsentieren und „Achso!” die Gäste zum Tanzen animieren.

Ulrike Schwieren-Höger kann feststellen: „So haben wir immerhin noch ein bisschen was retten können.”
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